Schweizer Bootcamps gegen IT-Nachwuchs-Mangel

8. Dezember 2016, 10:00
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Im Zürcher Technopark ist die Firma Propulsion mit einer "Code-Academy" an den Start gegangen.

Im Zürcher Technopark ist die Firma Propulsion mit einer "Code-Academy" an den Start gegangen. Drei Mitarbeiter der in diesem Jahr gegründeten Firma wollen nach eigenen Angaben erstmals in der Schweiz über das sogenannte "Bootcamp-Modell" IT-Spezialisten aus- respektive weiterbilden. Die Idee dahinter kommt aus den USA und wird in einer Mitteilung optimistisch als "Alternative zu den traditionellen Mehrjahres-Ausbildungsmodellen klassischer Universitäten und Fachhochschulen" vorgestellt.
Konkret geht es um dreimonatige Crashkurse, die laut Webseite zwischen 13'500 und 15'000 Franken kosten. All jene Menschen sollen sich zu Programmierern weiterbilden, die keine Gelegenheit für eine klassische Informatikausbildung hatten. Für die Schnellbleiche wird allerdings entsprechendes "Potential" vorausgesetzt. Die Zulassung zu den Kursen geschieht über eine Auswahl, die Propulsion übernimmt. Versprochen wird eine praktische, projektbasierte Lehrmethode, die auf Problemlösung statt Theorie fokussiert.
Die Intensivkurse beginnen im Januar in den Bereichen "Full-Stack Development" und "Mobile Development", im Februar beginnt dann der erste Kurs "Data Science". Die zweite Kursserie startet dann im April.
Ziel der beschleunigten Ausbildung ist es, "Studenten in kürzester Zeit in genau den Programmier-Technologien auszubilden, die unsere Industrie zurzeit am meisten braucht", heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu arbeite man mit einem Netzwerk von Firmen zusammen, um sicherzustellen, dass das Programm auf den industriellen Bedarf abgestimmt ist. Getrumpft wird mit den Erfahrungen sogenannter "Coding Academies" in den USA. Sie könnten "fast alle ihrer Absolventen in prestigeträchtigen und anspruchsvollen Firmen" unterbringen. Deshalb würden diese Firmen auch "gerne als Partner der Academies" fungieren.
Als Berater hat Propulsion die ETH-Professoren Markus Gross und Bertrand Meyer an Bord sowie den Investor, Präsidenten des Verbands SwissICT und Noch-Vizepräsidenten von ICTSwitzerland, Thomas Flatt. Laut letzterem ist das Ziel der dreimonatigen Kurzausbildung "für den Arbeitsmarkt bereit zu sein". Das heisse, "totaler Fokus, hoch intensives Arbeiten und praxisorientiertes Lernen", so Flatt. Wer dazu bereit sei, könne es schaffen, schiebt er nach. Wobei Flatt den Kandidatenkreis allerdings auf "junge Akademiker auf Jobsuche, Informatiker, die sich neu ausrichten wollen, und Wiedereinsteiger" eingrenzt.
Für die ersten rund 20 Teilnehmer der Kurse im Januar sind übrigens Stipendien ausgeschrieben. Sie werden jeweils mit 10'000 Franken unterstützt, so sagte Mitgründer Laurent Meyer zu inside-it.ch. (vri)

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