Schweizer CIOs: Hauptsache, der Betrieb läuft

16. Oktober 2013, 11:48
  • politik & wirtschaft
  • deloitte
image

Grundsolide schätzen hiesige CIOs die Lage ein: Neue Technologien werden in der Schweiz, so der CIO Survey 2013, offensichtlich nicht um ihrer selbst Willen eingeführt.

Grundsolide schätzen hiesige CIOs die Lage ein: Neue Technologien werden in der Schweiz, so der CIO Survey 2013, offensichtlich nicht um ihrer selbst Willen eingeführt.
Wenn man dem CIO Survey 2013 des Beratungsunternehmens Deloitte glauben will, ist nicht die Sicherheit das grösste Problem der IT-Chefs dieser Welt. Das jedenfalls hat die erstmals auch die Schweiz berücksichtigende Deloitte-Studie zu Tage gefördert. Gefragt wurden dazu zwischen Juni und August 700 CIOs aus 36 Ländern nach den Herausforderungen und Chancen für die Zukunft. Darunter waren erstmals 56 hiesige IT-Chefs, die rund 28'000 Mitarbeitende im Rücken haben.
Security rangiert in der Liste der Top-10-Themen der IT-Chefs jedenfalls nur im Mittelfeld. International ist die Prioritätenliste übrigens mehr oder weniger gleich ausgefallen. Einziger, dafür aber markanter Ausreisser ist die Bedeutung, die in der Schweiz dem laufenden Betrieb zukommt (siehe Grafik). Rangiert er hierzulande auf Platz eins, wird ihm international weit weniger Bedeutung beigemessen (Rang fünf). Dafür betont man weltweit die Wichtigkeit "digitaler Strategien", die bei den hiesigen CIOs auf dem sechsten Platz landen.
In der Schweiz wird laut Studie ein klarer Fokus auf den laufenden Betrieb und das Anpassen des Business an neue Anforderungen gelegt. Gefolgt von der Konsolidierung der Infrastruktur und die Reduktion der IT-Kosten. Erst an fünfter Stelle steht die IT-Sicherheit. Das heisst laut Deloitte aber nicht, dass das Thema vernachlässigt wird. Denn für 60 Prozent der Befragten CIOs der Schweiz haben die Risiken in der Informationssicherheit hohe Bedeutung. Und als hochriskant wird von knapp einem Drittel die Staats- oder Industriespionage eingeschätzt.
Öffentliche Clouds nahezu bedeutungslos
Interessant ist, dass Public Clouds in der Schweiz kaum eine Rolle spielen und nur bei rund 10 Prozent der Befragten zum Einsatz kommen – international sind es mit 23 Prozent mehr als doppelt so viele. Ein Drittel der hiesigen Befragten erkläre das mit Datenschutzvorgaben und den entsprechenden Gesetzen, heisst es in der Studie. Hierher gehört auch, dass in der Schweiz weniger outgesourct wird als im internationalen Vergleich. Ins Bild passt zudem, dass "nur", wie Deloitte meint bemerken zu müssen, 37 Prozent der hiesigen CIOs die IT als Innovationsschmiede für ihr Unternehmen ansehen.
Grundsolide und damit für die Marktforscher einer "konservativen" Einstellung folgend, geniesst hierzulande der Erhalt der Servicequalität oberste Bedeutung. Die internationalen Kollegen priorisieren stattdessen übrigens die Veränderungsprozesse. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird in der Schweiz zudem das Problem, neue Mitarbeitende zu finden, von der Mehrheit (62 Prozent) betont. Und interessanterweise werden zur Mitarbeiterbindung zwar diverse Strategien eingesetzt. Doch "praktisch nicht zum Zug kommt", wie Deloitte schreibt, "erstaunlicherweise das Bezahlen höherer Löhne". Daran denken nur gerade fünf Prozent der hiesigen CIOs und die meisten sehen darin "kein entscheidendes Kriterium für eine neue Rolle in ihrer Karriere". Insgesamt legt ein erster Blick auf die Studie nahe, dass man sie durchaus gegen den Strich lesen muss. Denn im Vordergrund der hiesigen CIOs steht offensichtlich das Unternehmen, dann erst kommt die IT und die eigene Rolle. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Whatsapp: Bank wälzt Millionen-Busse auf Angestellte ab

Finanzregulatoren hatten mehreren Banken wegen der Nutzung von Whatsapp hohe Bussen auferlegt. Morgan Stanley reicht diese nun an Mitarbeitende weiter.

publiziert am 27.1.2023
image

Crypto Valley: Sehr gute Miene zum sehr bösen Spiel

Die Investoren-Vereinigung CV VC befindet im neusten "Top 50"-Report: Der Laden brummt, die Zukunft strahlt. Sie hat dafür einige Fantasie walten lassen.

publiziert am 27.1.2023
image

Podcast: Wie fair und objektiv ist künstliche Intelligenz?

Der Bundesrat will, dass KI Behörden effizienter macht. Warum das zu einem Problem werden kann, diskutieren wir in dieser Podcast-Folge.

publiziert am 27.1.2023
image

PUK soll Zürcher Datenskandal durchleuchten

Datenträger der Justizdirektion landeten im Sex- und Drogenmilieu. Jetzt soll eine Parlamentarische Unter­suchungs­kommission zum Vorfall eingesetzt werden.

publiziert am 26.1.2023