Schweizer CIOs mögen keine Wolken

8. Juli 2009 um 15:45
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SaaS und Cloud-Computing: Schweizer IT-Entscheider stehen der neuen Art des IT-Bezugs deutlich skeptischer gegenüber, als ihre Kollegen weltweit. Hoffentlich stehen sie nicht irgendwann in der Wüste.

SaaS und Cloud-Computing: Schweizer IT-Entscheider stehen der neuen Art des IT-Bezugs deutlich skeptischer gegenüber, als ihre Kollegen weltweit. Hoffentlich stehen sie nicht irgendwann in der Wüste.
Vielleicht regnet es bei uns ja einfach zu viel und wir haben Mühe, dem Begriff Wolke etwas positives abzugewinnen. Gemäss einer aktuellen, von Avanade durchgeführten Umfrage nähern sich Unternehmen zwar auch weltweit dem Thema Cloud-Computing – dem Bezug von Software oder gar von Speicher- und Serverkapazität "als Service" über das Internet – mit einiger Vorsicht an. Während hiesige Unternehmen bei früheren Neuerungen im IT-Bereich aber oft eine Vorreiterrolle bei der Implementation übernahmen, scheinen CIOs und Manager in der Schweiz beim Thema Cloud-Computing gemäss dieser Studie wesentlich misstrauischer zu sein, als ihre internationalen Kollegen.
Diese besondere schweizerische Skepsis in Sachen Cloud zeigt sich in dieser Umfrage in fast allen Fragen, sowohl bei Bewertungen zum Stand der Technologie als auch zu ihrem technologischen und wirtschaftlichen Nutzen.
Ist die Cloud eine echte technologische Chance? Weltweit sagten 70 Prozent der Befragten "ja", in der Schweiz meinten 70 Prozent, dass Cloud Computing ein "hype" sei. Kann Cloud Computing einem Unternehmen helfen, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren? Weltweit stimmten zwei Drittel zu, in der Schweiz ein Drittel. Hilft die Technologie, IT-Einstiegskosten zu senken? International glauben das zwei Drittel, in der Schweiz 40 Prozent. Senkt sie vielleicht Betriebskosten? 40 Prozent versus 20 Prozent. Mehr Flexibilität? 70 Prozent versus 30 Prozent. Schnellerer Zugriff auf neue Technologien? 50 Prozent versus 20 Prozent. Und während weltweit zwar auch eine Mehrheit von 72 Prozent der Befragten ihren bestehenden internen IT-Systemen mehr vertrauen, als Cloud-basierten Lösungen, sind es hierzulande sogar 90 Prozent.
Die skeptischere Grundhaltung hat auch Folgen bei der Adaptation der Technologie. Von den Schweizer Befragten nutzen 70 Prozent der Befragten noch keinerlei Software-as-a-Service-Angebote oder andere Cloud-Services. In Deutschland und Österreich sind es je 60 Prozent und in den USA noch knapp die Hälfte.
Eine Zahl könnte Cloud-Skeptiker aber vielleicht nachdenklich stimmen: Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen, die bereits Cloud-basierte Systeme nutzen, haben den Einsatz aufgrund der Vorteile in letzter Zeit noch erweitert.
Irgendwie haben alle recht
"Cloud Computing muss sich erst über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln”, kommentiert Tyson Hartman, Global Chief Technology Officer bei Avanade, die internationalen Resultate. "Aber die globale Studie zeigt, dass Unternehmens- und IT-Manager die Vorteile von Cloud Computing bereits verstanden haben - sie wissen, dass die Systeme entscheidende Verbesserungen bedeuten können. Im Idealfall sollten Unternehmen kontinuierlich die Augen für effiziente Anwendungslösungen und neue Technologien offen halten. Diese Umfrage zeigt, dass Cloud Computing die nächste Welle der IT-Evolution sein könnte."
Sein hiesiger Kollege Christian Haas, Director von Avanade Schweiz, findet trotzdem auch lobende Worte für seine lokalen Kunden: "Die Studie zeigt, dass Schweizer Unternehmen ein vorsichtiges Vorgehen an den Tag legen, was neue Technologien angeht - das zeigt sich auch beim Cloud Computing. Und sie haben Recht, denn es gibt wichtige Dinge, die bei Cloud-basierten IT-Modellen beachtet werden sollten, damit der Einsatz zum Erfolg wird. Auch gibt es sicher keine Musterlösung, die sich für alle Unternehmen auf gleiche Art und Weise anwenden lässt. Im Gegenteil: Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen und vorhandene Infrastrukturen. Es besteht daher die Herausforderung, dementsprechend massgeschneiderte Lösungsansätze zu entwickeln." (Hans Jörg Maron)
(Foto: clip works, Creative Commons)

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