Schweizer Crowd­lending-Fintechs loben neuen Spielraum (Update)

14. August 2017, 14:14
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Letzten Juli schaffte der Bundesrat die "20er Regel" ab.

Letzten Juli schaffte der Bundesrat die "20er Regel" ab. In Konsequenz benötigen Kreditnehmer nun keine Bewilligung mehr, wenn sie Publikumseinlagen bis zu einer Million Franken von mehr als 20 Investoren entgegennehmen. Wenn sich früher mehr als 20 Investoren für ein Darlehen zusammen tun wollten, so wurde ein Kreditnehmer wie eine Art Bank behandelt und unterstand einer Bewilligungspflicht.
Crowdlending-Unternehmen reagieren bereits auf die Lockerung: Die Crowdlending Plattform Crowd4Cash hebt die 20er Regel per sofort auf, wie der Betreiber, Crowd Solutions aus Zug, mitteilt. "Mit der Aufhebung dieser Regel wird auch kleineren Investoren der Weg geebnet, um sich an grösseren Kreditprojekten zu beteiligen und ihr Portfolio noch weiter zu diversifizieren", so die Zuger.
Ebenso positiv bewertet Swisspeers den bundesrätlichen Entscheid, der am 1.8. in Kraft trat. Das Winterthur Crowdlending-Unternehmen hat die Neuregelung schon umgesetzt, wie der Kreditspezialist Urs Schärrer auf Anfrage sagt. Er geht davon aus, dass nun auch grössere Firmen ins Crowdlending einsteigen könnten und gleichzeitig der Zinsmarkt - wieviel die Investoren verlangen - in Bewegung kommen könnte.
Claudio Schneider von Lend sagt, man habe den Entscheid ebenfalls bereits umgesetzt. Ebenso wie bei Crowd4Cash wurde neu 500 Franken als Investitionsminimum festgelegt, während früher das Kredittotal durch 20 geteilt werden musste. Schneider, Partner beim Zürcher Fintech, zeigt sich überzeugt, dass damit der noch recht kleine Markt für ein neues Publikum attraktiver werden wird. (mag)
Nachtrag: Cashare, laut eigenen Angaben Betreiber der grössten Crowdlending-Plattform, begrüsst zwar die Aufhebung der 20er Regel für Darlehen an KMU, "bedauerlicherweise und entgegen dem ursprünglichen Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung wurde die 20er Regel nicht für Privatpersonen aufgehoben." Die Hünenberger Firma hat die FINMA gebeten, eine Klarstellung zu publizieren.

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