Schweizer Dassault-Kundendaten landen bei Siemens

4. September 2008, 09:52
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Namen von 3216 Dassault-Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden den Weg ins Intranet des Konkurrenten Siemens-PLM. Dassault droht mit rechtlichen Schritten.

Namen von 3216 Dassault-Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden den Weg ins Intranet des Konkurrenten Siemens-PLM. Dassault droht mit rechtlichen Schritten.
Nach dem Schmiergeldskandal droht dem deutschen Technologiekonzern Siemens auch noch ein Datendiebstahl-Skandal. Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' hatte am 4. Juni berichtet, dass Kundendaten des französischen Anbieters von 3D- und Product-Lifecycle-Management-Software (PLM) Dassault Systèmes in den Besitz von Siemens-PLM geraten waren. Dassault bestätigte gestern den Bericht und drohte sogleich mit rechtlichen Schritten.
Die 'FAZ' hatte berichtet, dass eine Liste von 3216 Namen von Dassault-Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der PLM-Sparte von Siemens aufgetaucht war - und zwar im firmeneigenen Intranet des Münchner Unternehmens.
Siemens gab dies zu, konnte aber nicht sagen, wie es dazu kommen konnte. Medienberichten zufolge soll ein ehemaliger Dassault-Mitarbeiter bei seinem Wechsel zu Siemens diese Daten mitgenommen haben. Laut Dassault waren die Daten ausreichend geschützt. Die Liste wurde mittlerweile von Siemens an Dassault zurückgeschickt mit dem Versprechen, dass die Geschäftsgeheimnisse von Dassault respektiert würden.
Gegenüber 'Financial Times Deutschland' sagte ein Siemens-Sprecher, dass es sich bei der fraglichen Liste lediglich um ein Verzeichnis von Unternehmensnamen gehandelt habe, nicht um Geschäftsgeheimnisse von Dassault. Von einem Rechtsverstoss könne keine Rede sein. Laut der 'FAZ' waren allerdings auch Details über die Geschäftskonditionen enthalten - wichtige Informationen, um der Konkurrenz Kunden abzujagen. (Maurizio Minetti)

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