Schweizer einmal mehr zufrieden mit E-Government-Angebot

26. September 2016, 10:49
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Zum siebten Mal hat der E-Government-Monitor die Nutzung von Online-Diensten der Behörden auf den Prüfstand gestellt und untersucht, wie zufrieden die Bevölkerung damit ist.

Zum siebten Mal hat der E-Government-Monitor die Nutzung von Online-Diensten der Behörden auf den Prüfstand gestellt und untersucht, wie zufrieden die Bevölkerung damit ist. Hinterfragt wurden zudem Treiber und Barrieren rund um das E-Government. Einmal mehr erzielte die Schweiz mit 75 Prozent die höchste Zufriedenheitsrate, wobei die Zufriedenheit beim grossen Nachbar mit 62 Prozent am niedrigsten ausfiel, während Österreich mit 73 Prozent nahezu gleichauf mit der Schweiz liegt.
Insgesamt nutzen laut der Studie 65 Prozent der Schweizer E-Government-Angebote, was eine leichten Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. In Österreich waren es 74 Prozent und in Deutschland 45 Prozent.
Auffällig ist, dass die Schweiz bei der Auswertung der Nutzung digitaler Ausweisdokumente nicht vorkommt. Abhilfe ist diesbezüglich von E-Government Schweiz genannte Einführung einer national und international gültigen elektronische Identität möglich sein.
Sinkende Bedenken wegen Datenschutz
Konkret sind hierzulande 40 Prozent der Befragten "sehr" und 35 Prozent "etwas zufrieden" mit den Online-Diensten der Behörden. Unzufrieden äusserten sich nur sechs Prozent. Weiter verlieren Datenschutzbedenken immer mehr an Bedeutung, reduzierten sie sich im Dreijahresvergleich doch von 45 auf 29 Prozent. Bei den drei abgefragten Barrieren für die Nutzung, wurde am häufigsten die fehlende Bekanntheit (59 Prozent) beklagt, gefolgt von mangelnder Durchgängigkeit (41 Prozent) und komplizierten Website-Strukturen (39 Prozent).
Über 70 Prozent greifen via Smartphone zu
Kaum Skepsis herrscht hierzulande auch bei der Mobilität: Nur jeder Zehnte macht Vorbehalte geltend. Aber schon 72 respektive 71 Prozent der Schweizer rufen Fahrpläne oder Öffnungszeiten auf dem Smartphone ab. Allerdings werden die Zugänge zu Inhalten der Behörden auf unterschiedlichen Wegen gesucht. So gelangen in der Schweiz 68 Prozent der unter 34-jährigen über Suchmaschinen an die öffentliche Verwaltung, während die Älteren vorwiegend die Website ihrer Gemeinde als erste Online-Anlaufstelle wählen.
Weiter hat der Monitor für alle drei Länder kaum geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung ermittelt und auch ähnliche Nutzungswerte über alle Altersklassen festgestellt. Hingegen will man herausgefunden haben, dass die Bildung einen Unterschied macht. Ohne den Begriff näher zu definieren wird festgehalten, dass besonders Menschen mit hoher Bildung (72 Prozent) den E-Zugang zu den Behörden verwenden, während sich das bei mittlerer (60 Prozent) und niedriger Bildung (41 Prozent) deutlich reduziere.
Befragt wurden hierzulande 999 Bürger, in Deutschland beteiligten sich 1008 und in Österreich 993 Bürger. Die Erhebung wurde mit Schweizer Partnerschaft vom deutschen Institute for Public Information Management und der Initiative D21, einem Verein für die Informationsgesellschaft in Deutschland, durchgeführt. (vri)

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