Schweizer Fintech-Branche zeigt Defizite

5. Februar 2016, 10:58
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Mit Finance2.

Mit Finance2.0, dem Swiss FinTech Award, Swiss Finance Startups, Digital Zurich 2025 und vielen mehr gibt es in der Schweiz eine Reihe von Initiativen und Projekten, die sich der Startup-Förderung im ICT- und insbesondere Fintech-Bereich angenommen haben. Auch hat die Schweiz ein gutes Bildungssystem sowie international renommierte Hochschulen. Und auch trotz des faktischen Endes des Bankgeheimnisses hat die Schweiz als Finanzzentrum nach wie vor eine gute Position. Beste Voraussetzungen also, um in der Schweiz ein Fintech-Startup aufzubauen?
Das knappe Fazit des aktuellen Swiss Fintech Reports: die grössten Probleme für Jungunternehmen hierzulande sind hohe Kosten, grosse Hürden durch zu viel Bürokratie und wenig Risikokapital. Der Report, so die Autoren, soll als Diskussionsgrundlage dienen. Konkrete Verbesserungsvorschläge oder Initiativen, bietet er also nicht.
Anschluss nicht verpassen
Trotz der guten Voraussetzung für Jungunternehmen hat die Schweiz auch Defizite und hinkt im Vergleich zu anderen Ländern in gewissen Bereichen hinterher. Für Startups sind etwa die hohen Lebenshaltungskosten ein Problem. Dazu kommen die vergleichsweise hohen Löhne, die bezahlt werden müssen, um Talente anzulocken.
Dies ist zwar auch in London der Fall. Doch die britische Hauptstadt biete ein unternehmensfreundlicheres Umfeld, als dies in der Schweiz der Fall sei. Etwa würden in London Startups mehr steuerliche Anreize geboten. Zudem stehe man in Grossbritannien neuen Geschäftsmodellen offener gegenüber. In der Schweiz hingegen sei das Umfeld sehr bürokratisch. Finanzinstitute müssen zudem viel Ressourcen in die Einhaltung von Regulierungen stecken und können deshalb wenig in die Innovation investieren.
Ein weiterer Schwachpunkt, den auch der Swiss Venture Capital Report herausgehoben hat, ist die Finanzierung insbesondere im späteren Stadium, wenn es darum geht, grössere Geldsummen zu mobilisieren. Gemäss dem Fintech Report verfügt die Schweiz als Land zwar über viel Geld, doch die Inkubatoren- und Venture-Capital-Landschaft befinde sich noch am Anfang der Entwicklung.
So wurde allein in London 2014 etwa drei mal mehr Kapital aufgebracht als in der Schweiz. Ähnlich wie in der Schweiz ist auch in London die Later-Stage-Finanzierung ein Problem. Insgesamt sei 2014 im Vergleich zum Vorjahr immerhin zehn Prozent mehr in Schweizer Startups investiert worden. Mit 78 Prozent des Geldes geht der grösste Teil jedoch in den Bereich Life Sciences. (kjo)

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