Schweizer Firmen und ihr Verhältnis zur Client-Virtualisierung

9. März 2012, 15:50
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Warum entscheiden sich Schweizer Unternehmen für Desktop-Virtualisierungslösungen? Welche Bedenken haben sie? Eine IDC-Studie gibt darüber Auskunft.

Warum entscheiden sich Schweizer Unternehmen für Desktop-Virtualisierungslösungen? Welche Bedenken haben sie? Eine IDC-Studie gibt darüber Auskunft.
Gemäss einer Studie des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens IDC setzen Schweizer Unternehmen zunehmend auf Client-Virtualisierung. IDC hat 146 Schweizer Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zum dazu befragt: Die Ergebnisse der Studie bestätigen klar den Trend zur Virtualisierung der Desktops. IDC unterteilt das Segment in vier verschiedene Technologien: Desktop-Virtualisierung, Applikationsvirtualisierung, Virtual User Session und User Virtualisierung.
Grossunternehmen sind aktiver
Laut der Studie "Virtualized Client Computing (VCC) in der Schweiz, 2011/2012", die von November bis Dezember 2011 durchgeführt wurde, ist Desktop-Virtualisierung noch nicht so weit verbreitet wie in anderen europäischen Staaten. Die Server-Virtualisierung hingegen hat sich mittlerweile etabliert.
Immerhin sind in vielen Schweizer Unternehmen Client-Virtualisierungsprojekte gestartet worden. So betreiben laut der Studie bereits insgesamt 38 Prozent der Befragungsteilnehmer Desktop-Virtualisierung, wobei grosse Unternehmen ein deutlich stärkeres Interesse an dem Thema zeigen als kleine Firmen. Bei etwas über der Hälfte der Firmen mit über 5'000 Beschäftigten sind Desktop-Virtualisierungslösungen im Einsatz, während es bei kleinen Organisationen unter 200 Beschäftigten lediglich 33 Prozent sind. Auch bei der Applikationsvirtualisierung sind Grossunternehmen aktiver als kleinere. Weniger stark verbreitet sind Virtual User Session und die User Virtualisierung.
Als Endgeräte für die Client-Virtualisierung am häufigsten eingesetzt werden Notebooks und Desktops, also "Fat Clients" (65 % und 61 %). Gleichzeitig setzen aber bereits 43 Prozent der befragten Unternehmen Thin Clients ein und weitere 26 Prozent planen den Einsatz. 28 beziehungsweise 18 Prozent wollen Smartphones und mobile Thin Clients einsetzen. IDC glaubt, dass das Thema Mobility immer bedeutender wird. Virtualisierungstechnologien können dabei helfen, die stark steigende Zahl mobiler Endgeräte zu verwalten.
Beweggründe und Hemmfaktoren
Aber warum entscheiden sich Schweizer Unternehmen überhaupt für Client-Virtualisierung? Die wichtigsten Gründe sind die Verringerung des Administrationsaufwandes, Kosteneinsparungen und Betriebsoptimierung. Virtualisierungslösungen helfen etwa bei der Standardisierung der IT-Landschaft. Auch Sicherheitsaspekte (Notfallwiederherstellung), die Verringerung der Gerätekosten, Kostensenkung im Support und geringere Anschaffungskosten spielen eine Rolle, wenn es um den Einsatz solcher Lösungen geht.
Client-Virtualisierung weckt aber auch Bedenken, vor allem hinsichtlich mangelnder Unterstützung geschäftskritischer Ressourcen. Weitere Hemmfaktoren sind fehlende Kosteneinsparungen, zu hohe Lizenzkosten oder die aktuelle Budgetsituation. Es herrscht also Unklarheit darüber, ob und wie stark man mit Desktop-Virtualisierung tatsächlich Kosten reduzieren kann. Weil die wirtschaftliche Situation derzeit nicht besonders rosig ist, spielen budgetäre Faktoren eine starke Rolle. Doch auch zu geringe Leistungsfähigkeit der Lösungen oder fehlende Nutzerakzeptanz hindern Schweizer Firmen daran, auf Client-Virtualisierung zu setzen.
Trotz den genannten Bedenken geht IDC davon aus, dass die Nachfrage nach Client-Virtualisierung in den nächsten 12 bis 24 Monaten weiter zunehmen wird, vor allem weil damit vorhandene IT-Ressourcen besser genutzt und gesteuert werden können. (mim)

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