Schweizer Glasfasernetze: Fertig diskutiert

16. Januar 2012, 14:50
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Die Runden Tische waren richtig und wichtig, sagen ComCom und Bakom. Aber nun reichts damit.

Die Runden Tische waren richtig und wichtig, sagen ComCom und Bakom. Aber nun reichts damit.
Als vor vier Jahren der Chef der Regulierungsbehörde ComCom, Marc Furrer, dazu aufrief.
Wie die Eidgenössische Kommunikationskommission und das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben, habe man dank den Diskussionen am Runden Tisch und den erarbeiteten Standards den unkoordinierten Bau mehrerer Netze vermeiden können. Dies war ursprünglich der Hauptgrund für die Diskussionsrunde, denn damals drohten Parallelbauten sowie ein neues Monopol. Die grosse Einigung zwischen Swisscom und den Energieversorgungsunternehmen erfolgte Ende 2009.
Weitere Gespräche am Runden Tisch seien aber nicht mehr nötig, finden die Telekom-Behörden, denn die zentralen Anliegen an den neun bisherigen Runden Tischen seien erreicht worden. Der Netzaufbau erfolge nun koordiniert und ohne Doppelspurigkeiten. Der Netzzugang für alle Telekom-Anbieter und ein Modell mit mehreren Glasfasern in den Gebäuden (Mehrfasermodell) soll den Wettbewerb fördern und den Kunden eine breite Anbieter-Auswahl bieten.
Arbeitsgruppe und andere Gremien
An den Treffen wurden jeweils auch technische Details besprochen. So sind einheitliche technische Standards für die hausinterne Verlegung von Glasfasern bis in die Wohnungen (Schnittstellen für die Zusammenschaltung, Steckdosentyp, usw.) erarbeitet worden. Hauseigentümer und Netzbetreiber verfügen zudem über einen Mustervertrag, der die rechtlichen und finanziellen Aspekte von FTTH-Installationen in Wohnliegenschaften regelt. Dafür waren allerdings lange Verhandlungen nötig. Weitere wurde eine gemeinsame Plattform für Bestellungen und Kundenmutationen im Glasfaserbereich entwickelt. Diese soll dieses Jahr in den definitiven Betrieb gehen. Dank der Plattform sollen Kunden künftig ohne Probleme den Anbieter wechseln können.
Obwohl nun keine Runden Tische mehr durchgeführt werden sollen, tauschen sich die verschiedenen Akteure natürlich nach wie vor aus. Eine vom Bakom initiierte Arbeitsgruppe. (mim)

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