Schweizer Highlights an der ITU Telecom in Genf

27. Oktober 2011, 13:20
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Auf einem gemeinsamen Stand präsentierten die Schweiz und der Kanton Genf im Ausstellungsbereich der ITU Telecom in Genf neue Technologien und Produkte. Auf grosses Interesse sind die Produkte der Firmen Adeya und Koemei gestossen.

Der Genfer Startup Adeya löst drei grosse Problemkreise in einem Produkt: Sichere Mobilgespräche, sichere mobile Datenkommunikation und sichere Datenaufbewahrung für Mobiltelephone und Tablets. Damit ist der ganze Funktionalitätsbereich von Smartphones und Tablet-Computern abgesichert: Verschlüsselung für firmeninterne mobile Gespräche, Verschlüsselung für die Kommunikation von mobilen Apps und Verschlüsselung der lokal gespeicherten vertraulichen Daten. Bereits unterstützt werden die Betriebssysteme Symbian, BlackBerry OS und Windows Mobile. Die Versionen für iOS und Android sind in der Beta-Testphase und sollen gemäss dem Anbieter noch im Verlauf dieses Quartals verfügbar awub+. Eine Version für Windows-Phone soll im ersten Quartal 2012 folgen.
Die Lösung von Adeya wird zur Zeit vorwiegend von Firmen im Finanzsektor und von Behörden eingesetzt, doch zeigt sich auch ein wachsendes Interesse aus dem Gesundheitssektor. Die Kosten richten sich nach der Anzahl der mobilen Geräte des Kunden. Für eine mittelgrosse Firma liegen die Einstiegskosten für Server-Software und die mobilen Applikationen bei rund 50'000 Franken.
Speech-to-Text-Transkription als Cloud-Service
Der Startup Koemei zeigte eine Speech-to-Text-Lösung, die herkömmlichen Lösungen in Bezug auf Fehlerfreiheit und Kosteneffizienz deutlich überlegen sein soll. Die Treffgenauigkeit, die Koemei angibt, ist mit 95 Prozent (bei hoher Audioqualität), scheint bisher unerreicht.
Die Firma ist ein Spin-Off des weltbekannten Idiap Research Institute in Martigny. Zu den Produktmerkmalen gehören die automatische Anpassung an den Sprecher (gegen Ende dieses Quartals), die Unterstützung von Gesprächen zwischen mehreren Sprechern, automatische Indexierung und Verfügbarkeit des Transkripts in mehreren Formaten. Verfügbar ist der Service zur Zeit erst für Englisch. Deutsch und Französisch werden im Verlauf der nächsten beiden Quartale unterstützt.
Die Funktionalität wird als Cloud-basierter Service angeboten. Der Benutzer lädt eine Audiodatei auf den Server. Diese wird in einem ersten Durchgang analysiert und in einem zweiten transkribiert. Das Transkript steht dem Kunden unter anderem als XML-Datei, als PDF und als CC (closed caption) zur Verfügung. Die Verarbeitungszeit entspricht der Länge des Audios: Das Transkribieren von 30 Minuten dauert 30 Minuten.
Die Transkriptionskosten liegen zwischen 20 und 50 Rappen pro Minute. Je länger die zu transkribierende Audiodatei, desto geringer die Kosten pro Minute. (Christoph Jaggi, Genf)

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