Schweizer ICT-Export beträgt 18 Milliarden Franken

28. Oktober 2015 um 14:08
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Eine neue, realistischere Berechnungsmethode zeigt: Die Schweizer ICT-Industrie exportiert viel mehr als man bisher dachte.

Eine neue, realistischere Berechnungsmethode zeigt: Die Schweizer ICT-Industrie exportiert viel mehr als man bisher dachte.
Wie gross ist die Schweizer ICT-Branche wirklich? Und wieviel exportiert sie? Diese Fragen sind schwierig zu beantworten, weil sich ein Grossteil der ICT-Produktion "versteckt". Schweizer Software zum Beispiel wird nicht nur exportiert, wenn Avaloq der Royal Bank of Scotland eine Kernbanken-Lösung verkauft, sondern auch, wenn eine ausländische UBS-Niederlassung mit Software aus der Schweiz arbeitet.
So geht man davon aus, dass nur 70'900 der total 197'000 ICT-Beschäftigten in der Schweiz innerhalb der ICT-Branche selbst arbeiten. Die anderen sind bei Anwendern, also Behörden und Firmen anderer Branchen beschäftigt. Dies sagte gestern ICTSwitzerland-Geschäftsführer Andreas Kälin an einer Veranstaltung im Vorfeld des CNO-Panels in Bern. Informatik und Telekommunikation ist damit die sechstgrösste Branche in der Schweiz, die erst noch wesentlich schneller wächst, als andere.
Doch als exportierende Branche ist ICT nicht bekannt. Schliesslich stammen Notebooks aus China und Cloud-Dienste aus den USA. Aber ist das alles? Man muss nur richtig hinschauen. Zum ersten Mal baut eine neue Untersuchung, die gestern vorgestellt wurde, auf aktuellen Zahlen auf und berücksichtigt auch die Exporte von Dienstleistungen und der "Verkauf" von ICT innerhalb von Konzernen Das Ergebnis ist überraschend.
18,2 Milliarden: Mehr als doppelt so viel als gedacht
Nils Braun-Dubler vom Basler Institut für Wirtschaftsstudien hat die ICT-Dienstleistungs- und Warenexporte aufgrund der Zahlungsbilanz-Daten der Schweizerischen Nationalbank analysiert. Resultat: Die Schweiz hat letztes Jahr für total 18,2 Milliarden Franken ICT-Dienstleistungen und -Waren exportiert. Das ist mehr als doppelt so viel, wie man bisher mit der Analyse von Mehrwertsteuerdaten ermittelt hat.
ICT-Waren (ohne Dienstleistungen) befinden sich in der Rangliste der exportierenden Branchen auf Platz sechs und damit immer noch hinter der Land- und Forstwirschaft und dem Sektor Metalle und Metallwaren. Doch auch das ist nicht die ganze Wahrheit, denn in den Produkten der Branchen "Instrumente, Uhren, Bijouterie" und "Maschinen und Elektronik" versteckt sich viel Informatik.
ICT-Handelsbilanz negativ
Die Handelsbilanz von Informatik und Telekommunikation ist gemäss dem Basler Institut immer noch negativ. Insgesamt importierte die Schweiz letztes Jahr ICT-Güter und -Dienstleistungen im Wert von 25,1 Milliarden Franken. Das ICT-Handeslbilanz-Defizit beträgt also 6,9 Milliarden. Während fast gleich viele ICT-Dienstleistungen exportiert wie importiert werden (- 1,1 Milliarden), sieht dies bei ICT-Produkten (Hard- und Software) anders aus. Solche importierte die Schweiz ICT-Waren im Wert von 5,8 Milliarden Franken mehr als sie exportierte.
Der Bericht "ICT-Aussenhandel 2014" des Basler Instituts kann kostenlos bei ICTSwitzerland heruntergeladen werden. (hc)

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