Schweizer ICT-Löhne steigen - oder doch nicht?

28. Oktober 2011, 14:27
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In keiner anderen Branche sind die Löhne 2011 so stark gestiegen, und nirgends sonst werden sie 2012 so stark steigen wie in der ICT, sagt die UBS. SwissICT ist anderer Meinung.

In keiner anderen Branche sind die Löhne 2011 so stark gestiegen, und nirgends sonst werden sie 2012 so stark steigen wie in der ICT, sagt die UBS. SwissICT ist anderer Meinung.
Erst Anfang Oktober hatte die Salärumfrage des Fachverbands SwissICT ergeben der UBS kommt nun zu einem anderen Schluss: Wie einer heute veröffentlichen Mitteilung der UBS zu entnehmen ist, sollen die Nominallöhne in der Informatik- und Telekombranche im Jahr 2012 um 2 Prozent steigen. Gemäss UBS entsprach die effektive Lohnerhöhung im Jahr 2011 in der ICT-Branche einem Plus um 2,3 Prozent.
Glaubt man den UBS-Daten, steigen die Löhne schweizweit nirgends so stark wie in der ICT-Branche. Die zweitbeste Lohnerhöhung 2011 beträgt 1,9 Prozent (Uhrenindustrie und Autogewerbe). Der schweizweite Durchschnitt für 2011 beträgt 1,5 Prozent (abzüglich Teuerung 0,3%). Auch für 2012 erhält der ICT-Sektor gemäss UBS die besten Prognosen. Keine andere Branche kommt auf 2 Prozent, in den Segmenten Chemie und Pharma, Elektro, Dienstleistungen für Unternehmen sowie Gesundheits- und Sozialwesen sollen die Löhne immerhin um 1,5 Prozent steigen. In allen anderen Branchen wird ein schwächeres Lohnwachstum erwartet. Der Landesdurchschnitt für 2012 beträgt 1,1 Prozent (abzüglich Teuerung 0,2%)
Wie Sibille Duss von UBS Wealth Management Research auf Anfrage erklärt, könne man die hohen Löhne in der ICT damit erklären, dass die ICT-Branche eher binnenorientiert sei und weniger exportiere als andere Branchen, die momentan unter dem starken Franken leiden. Ausserdem dürfte sich auch der Fachkräftemangel auf die Löhne ausgewirkt haben, sprich: Nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage steigen die Löhne, wenn es weniger Informatiker gibt. Und, so heisst es bei der UBS: "Wir haben den Eindruck, dass es der ICT-Branche in der Schweiz gar nicht mal so schlecht geht."
An der Befragung, die vom 21. September bis zum 12. Oktober 2011 durchgeführt wurde, haben 359 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus 22 Branchen teilgenommen. (Maurizio Minetti)

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