Schweizer Informatik-Lehrlinge sind Weltspitze

24. September 2009, 14:53
  • politik & wirtschaft
  • bit
image

Wir haben die Spitze des Olymps erreicht! Die drei Schweizer Teilnehmer an der Berufsweltmeisterschaft in Calgary anfangs September führen gemeinsam mit Brasilien (punktegleich) die Informatik-Gesamtweltrangliste an. Von Alfred Breu.

Wir haben die Spitze des Olymps erreicht! Die drei Schweizer Teilnehmer an der Berufsweltmeisterschaft in Calgary anfangs September führen gemeinsam mit Brasilien (punktegleich) die Informatik-Gesamtweltrangliste an und haben die Amerikaner (in der Netzwerktechnik mit 90 Punkten!), alle Lehrlinge aus Asien und Europa hinter sich gelassen, zum Teil sehr deutlich! Von Alfred Breu.
Goldmedaille und damit Weltmeister im Webdesign, Bronzemedaille in der Netzwerktechnik und ein Diplom für den fünften Rang im IT/Software-Applications war ihre Bilanz. Nicht nur das Schweizer Informatik-Team war erfolgreich. Die 36 Teilnehmer/innen aus der Schweiz holten sich in 34 Berufen die zweithöchste Medaillendichte und den zweiten Rang der Nationenwertung.
Weltmeister Fabian Vogler
Die Anforderungen an die maximal 22-jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind hoch und die Wettkämpfer/-innen gelangten in den 4 Wettkampftagen sehr oft an ihre physischen und psychischen Grenzen. Fabian Vogler, Liip AG Zürich, gelang mit einer ausserordentlich gut gestalteten und ausgeführten Homepage für eine Jobbörse mit offenen Stellen, Teilnehmerprofilen und vielen Zusatzinformationen eine für uns sensationelle Leistung: Er wurde Weltmeister. Das ist auch der Erfolg seines Experten Manuel Schaffner, BIT Bern, der in seiner ersten WM 2007 in Japan Sascha Grossenbacher zum Europameister und nun Fabian Vogler sogar zum Weltmeister führte!
MTF-"Stift" holt Bronze
Florian Meier, MTF Schaffhausen AG, gelang der Sprung auf Platz 3, er wurde Europabester und nur von Singapur (mit dem höchsten Punkteresultat aller Berufe) und Korea geschlagen. Er hatte verschiedene Aufträge aus dem Client-/Server-Umfeld zu lösen, wobei viele Teile recht knifflige Netzgeräte-Aufgaben (Cisco war Hauptsponsor und sorgte für massiven Einsatz seiner Produkte) umfassten. Der Experte Raffaele Stefanelli, seit 1998 dabei, kam damit zu seiner ersten Medaille. Martin Dörig, Protecdata AG Boswil, gelang es, sich in der Disziplin "IT/Software-Applikationen" gegen sehr starke Konkurrenz auf den guten 5. Platz durchzusetzen. Seine Aufgaben umfassten verschiedene knifflige Entwicklungen auf der Basis von Microsoft Office.
Experten-Neuling Claudio Violi gelang damit eine erste Platzierung mit Diplom in einer Disziplin, in der aus Schweizer Sicht mehr Gewicht auf die Applikationsentwicklung gelegt werden sollte.
In London 2011 wird hier bereits einiges ändern. Martin Dörig verpasste die Bronzemedaille nur sehr knapp und platzierte sich als bester Europäer hinter Brasilien, Australien, Taiwan und Korea.
Duales Bildungssystem zeigt seinen Wert
An Grenzen stiessen auch die Veranstalter. In Calgary waren knapp 1’000 Wettkampfteilnehmer/-innen aus 60 Nationen am Werk. Das braucht sehr viel Platz und sehr viel Technik und Einrichtungen. 2011 findet die nächste WM in London statt, 2013 dann in Leipzig. Es ist wirklich eine Olympiade - mit prunkvoller Eröffnungszeremonie, vier Tagen Wettkampf auf höchstem Niveau und einer höchst spannenden Schlussveranstaltung mit der Ehrung der Medaillenträger... Man spürt den Ehrgeiz der Nationen, sich möglichst in die vordersten Ränge vorzudrängen. Gerade in der Informatik kämpfen wir gegen Studenten und Absolventen von Hochschulen, die mit hohem Aufwand und traumhaften Budgets zusätzlich trainiert werden. Man kann daraus ablesen, dass die schweizerische duale Grundbildung einen sehr hohen Stellenwert hat und sich unsere Leute mit vergleichsweise wenig Aufwand unter die Weltbesten gesellen. Seien wir stolz darauf und fördern wir diese Bildung in der Informatik nun auch durch deutlich mehr Lehrstellen in den Betrieben.
Die Calgary-Resultate belegen, dass die Schweizer Berufsbildung sehr gute Resultate hervorbringt (2. Rang der Nationenwertung hinter Korea, vor Japan) und wir konnten in der Informatik selbst Länder, deren Informatik-Ausbildung man sehr hoch einschätzt, hinter uns lassen. (Alfred Breu, Fachgruppe Lehr- und Praktikumsbetriebe, SwissICT)
~~Bildlegende:
Die WM-Teilnehmer Florian Meier, Fabian Vogler und Martin Dörig mit der Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, Frau Dr. Ursula Renold, und den drei Experten Claudio Violi, Manuel Schaffner und Raffaele Stefanelli. Jedes Land stellt je Berufsteilnehmer/-in einen Experten, das Expertengremium erstellt die Aufgabe, führt den Wettbewerb durch und korrigiert die Resultate.~~

Loading

Mehr zum Thema

image

E-Voting nimmt die nächste Hürde

Der Bundesrat hat die Rechtsgrundlagen für den E-Voting-Testbetrieb verabschiedet. Vor 2023 ist aber nicht mit Versuchen zu rechnen, auch die Post hat noch zu tun.

publiziert am 25.5.2022 1
image

Online-Gesuche für Grenzgänger über Easygov möglich

Im Rahmen eines Pilotprojekts können Unternehmen aus Zürich und dem Thurgau ihre Gesuche für Grenzgänger-Bewilligungen digital erfassen.

publiziert am 25.5.2022
image

Zentralschweiz erhält Onlineportal für Kulturgüter

Neben Bildern und Texten können auch Ton- und Videodokumente sowie dreidimensionale Objekte recherchiert und in bestmöglicher Qualität angesehen werden.

publiziert am 25.5.2022
image

Meineimpfungen.ch: Alle Daten werden vernichtet

Die leidige Geschichte um den Impfausweis der Stiftung ist zu Ende: Der Edöb verlangt eine Löschung aller Daten der rund 300'000 Nutzerinnen und Nutzer.

publiziert am 25.5.2022