Schweizer Informatiker erwarten 2021 höhere Löhne

29. Oktober 2020, 15:46
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Eine Schweizer Umfrage zeigt eine Erwartungshaltung. Wir haben die grossen ICT-Verbände dazu befragt.

Herbstzeit ist normalerweise Lohnerhöhungszeit. Aber bei vielen Firmen gibt es keinen Verhandlungsspielraum: 55% der Unternehmen in der Schweiz wollen nämlich die Löhne ihrer Mitarbeitenden für das nächste Jahr nicht erhöhen, ergab eine Umfrage von Jobcloud bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Auch die UBS erwartet gemäss ihrer neuen Lohnumfrage eine so tiefe Lohnrunde wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Die Bank prognostiziert für 2021 einen durchschnittlichen nominalen Lohnanstieg in der Schweiz von 0,3%. Andererseits plane keines der befragten Unternehmen Lohnkürzungen.
Eine generelle oder mindestens punktuelle Lohnerhöhung planen laut Jobcloud-Umfrage trotz Corona 45% der teilnehmenden Arbeitgeber.
Dabei zeigen sich insbesondere mittelständische Deutschschweizer Unternehmen sowie Kleinunternehmen in der Westschweiz bereit, die Löhne zu erhöhen, um ihre Mitarbeitenden zu halten.
Die Informatiker und Telco-Fachleute – laut allen Verbänden und Firmen gesuchte Leute – zeigen sich optimistisch, 2021 besser zu verdienen trotz oder wegen Corona.
Die ICT-Verbände der Schweiz äussern auf Anfrage ihre Einschätzungen. Andreas Kaelin, Geschäftsführer von ICTswitzerland hat noch "keine umfassende Einschätzung von Mitgliederseite" und Christian Grasser vom Asut ebensowenig.
Judith Bellaiche, Geschäftsführerin des Anbieter-Verbands Swico, erklärt: "Für das nächste Jahr sind wir zwar vorsichtig optimistisch, aber die Lage bleibt volatil. Die ICT-Industrie hängt in weiten Teilen von der konjunkturellen Grosswetterlage ab. Daher sind allgemeine Lohnerhöhungen eher unwahrscheinlich. Einige Subindustrien verzeichnen jedoch gerade aufgrund der Pandemie eine stark erhöhte Nachfrage, und dort wird es wohl zu gezielten Lohnanpassungen kommen, um Spezialisten zu binden."
SwissICT, der mitgliederstärkste Branchenverband, kann auf die hauseigene Salärstudie verweisen: "Wir haben in unserer SwissICT Salärstudie auch in diesem aussergewöhnlichen Jahr 2020 festgestellt, dass die Löhne von ICT-Fachkräften auf einem hohen Niveau stabil sind – und in der Tendenz steigen. Insofern überrascht uns die Erwartungshaltung der Informatikerinnen und Informatiker, die an dieser besagten Umfrage teilgenommen haben, nicht. Sie sind in einem zukunftsfähigen Berufs-Umfeld engagiert, in dem es nach wie vor einen Fachkräftemangel gibt. Eine Lohnerhöhung ist einer von vielen Faktoren, mit welcher gerade auch junge Fachkräfte, die lohntechnisch noch Luft nach oben haben, im Unternehmen gehalten werden können", erklärt der Kommunikationsverantwortliche Simon Zaugg.
Weitere Arbeitnehmer, die sich optimistisch zeigen, stammen – wenig überraschend – aus der Chemie/Pharma-Branche sowie aus dem Sektor Bau/Architektur.

Zur Umfrage:

Für die Analyse hat Jobcloud Umfrage-Antworten von rund 12’000 aktiv oder passiv Jobsuchenden sowie über 600 Schweizer Arbeitgebern ausgewertet.

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