Schweizer Internetcops werden spürsinniger

7. Februar 2005, 10:13
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    Die Kobik hat viermal mehr Dossiers an die Polizei weitergeleitet – und Zürich tritt nun auch bei.

    Die Kobik hat viermal mehr Dossiers an die Polizei weitergeleitet – und Zürich tritt nun auch bei.
    Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) hat letztes Jahr rund 450 Dossiers mit Verdachtsfällen an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, rund viermal mehr als 2003. Daraus sollte man nun aber keinen entsprechenden Anstieg der Internetkriminalität ableiten. Die Kobik ist erst seit 2003 aktiv und musste zuerst eine Lernphase durchlaufen. "Dank unseren Erfahrungen konnten wir das Monitoring verbessern", erklärte dazu Kobik-Mitarbeiter Marc Henauer gegenüber der "Sonntagszeitung". Das Kobik überwacht unter anderem gezielt Schweizer Server, Chats und Tauschbörsen. Hinweise auf Internetkriminalität erhält die Koordinationsstelle auch aus der Bevölkerung.
    Ein weiterer Erfolg für die Kobik: Der Kanton Zürich, der bisher als einziger Kanton abseits gestanden war, wird gemäss "Sonntagszeitung" nun auch beitreten. Wann der Beitritt genau erfolgt und wann der Mitgliederbeitrag von 150'000 F5ranken bezahlt wird ist allerdings noch unklar. Für die Kobik ist das Geld auf jeden Fall wichtig: Sobald es eingetroffen ist, soll eine weitere Stelle ausgeschrieben werden.
    Die Kobik kümmert sich um strafrechtlich relevante Inhalte im Internet. Darunter fallen eine ganze Reihe von Tatbeständen wie zum Beispiel harte Pornografie (sexuelle Handlungen mit Kindern, Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten), Gewaltdarstellungen ("Brutalos"), Extremismus, Rassismus, unbefugtes Eindringen in Computersysteme, Verbreitung von Computerviren, Datenbeschädigung, Kreditkartenmissbrauch, Urheberrechtsverletzungen und illegaler Waffenhandel.
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    ie eine Statistik für das erste Halbjahr 2004 zeigt, betrifft der Löwenanteil der aus der Bevölkerung eingegangenen Meldungen die drei Themen Spam (29,8%) sowie harte Pornographie (21,9%) und allgemeine Pornographie (13,1%). Von den an die Polizei für weitere Ermittlungen weitergeleiteten Fällen beruhen allerdings nach derselben Statistik etwa 85% auf dem Kobik-eigenen Monitoring. (Hans Jörg Maron)

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