Schweizer IT-Studentinnen immer selbstbewusster

25. April 2016, 14:42
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Laut einer Studie von Universum haben weibliche Studierende hierzulande deutlich tiefere Lohnvorstellungen als ihre männlichen Kollegen - aber nicht so die IT-Studentinnen.

Laut einer Studie von Universum haben weibliche Studierende hierzulande deutlich tiefere Lohnvorstellungen als ihre männlichen Kollegen - aber nicht so die IT-Studentinnen.
Das Beratungsunternehmen Universum befragt jährlich Studierende in vielen Ländern der Welt, darunter auch in der Schweiz, danach, welche Arbeitgeber sie als die Attraktivsten empfinden. Neben den entsprechenden Rankings der Arbeitgeber in verscheidenen Studienrichtungen (siehe unten) fördert die Umfrage aber jeweils auch viele andere interessante Ergebnisse zu Tage.
Ins Auge fallen beispielsweise die Lohnvorstellungen in den verschiedenen Studienrichtungen. Im allgemeinen liegen die Lohnvorstellungen der weiblichen Studierenden deutlich tiefer als die der Männer. Bei den Ingenieurinnen beträgt der Unterscheid beispeilsweise fast 9000 Franken. Die Lohnvorstellungen der IT-Studentinnen aber liegen in der aktuellen Ausgabe der Umfrage nur noch 1000 Franken tiefer als die ihrer männlichen Kollegen. 2015 betrug der Unterschied noch knapp 5800 Franken, war aber auch schon deutlich geringer, als in anderen Studienrichtungen.
Vielleicht ist den IT-Studentinnen ja bewusst geworden, dass sie für viele Arbeitgeber ein rares und durchaus begehrtes Gut sind, so dass sie auch bei ihren Lohnforderungen Selbstbewusstsein zeigen können. Laut anderen Umfragen ist der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern im Berufsbereich IT tiefer als in anderen Branchen, aber immer noch spürbar. Das Resultat der Universum-Umfrage lässt hoffen, dass der "Gender Gap" bei den Löhnen im ICT-Bereich in Zukunft noch weiter schrumpft.
Tiefere Lohnerwartungen sind nämlich ein Mitgrund für tatsächlich tiefere Löhne im Berufsleben. "Frauen steigen in der Schweiz mit niedrigeren Erwartungen in Lohnverhandlungen ein, was sich auf die reellen Löhne auswirkt", kommentiert Yves Schneuwly, Geschäftsführer von Universum Schweiz. "Dieser monetäre Unterschied lässt sich über die Jahre kaum aufholen. Aus unserer Befragung von Berufserfahrenen wissen wir, dass sich dieser Lohnunterschied über die Jahre sogar noch erhöht.“
Immer wieder Google, Microsoft, IBM (und Swisscom)
In der Rangliste der bei IT-Studierenden beliebtesten Arbeitgeber hat sich in den letzten fünf Jahren, zumindest in den Top 10, wenig verändert. Google führt die Liste permanent an, Microsoft und IBM sind immer zumindest in den vier vordersten Plätzen zu finden. Swisscom, vor fünf Jahren noch auf Platz zwei, folgt nun auf Platz vier. Dahinter kommt eine Mischung von grossen Schweizer IT-Arbeitgebern und internationalen IT-Anbietern. Ab etwa Platz 20 tauchen dann auch etwas kleinere einheimische IT-Unternehmen in der Rangliste auf. Dieses Jahr befinden sich ELCA Informatik, Open Systems, Zühlke Engineering, AdNovum, Namics, Ergon, Noser Engineering und Avaloq in den Top 80 im Bereich IT. Die Top-10-Ranglisten findet man hier, wenn man auf einen Bereich klickt, kann man auch kostenlos die kompletten Top-100-Ranglisten bestellen.
Universum wertet das Auftauchen der einheimischen IT-Unternehmen in der Rangliste durchaus als bemerkenswerten Erfolg. Trotzdem, woher kommt diese Bevorzugung von Grossunternehmen durch IT-Studis, mindestens während der Studienzeit? Google, so kommentiert Channa Mizrachi, Head of Activation & Marketing Switzerland bei Universum Communications gegenüber inside-it.ch, spiele "in einer eigene Liga, was die Attraktivität für IT-Talente angeht." Microsoft und IBM seien historisch gesehen für IT-Leute sehr attraktiv, obwohl beide Unternehmen in der Schweiz gar nicht mehr so viel rekrutieren würden. Swisscom habe im Schweizer Markt eine ähnliche Monopolstellung wie Google. Insgesamt, so Mizrachi, bieten Grossunternehmen viele Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten, was sie attraktiv mache. Zudem würden sie auch von der Bekanntheit ihrer Marke profitieren.
Die Umfrage fand zwischen September 2015 und Februar 2016 statt. Es beteiligten sich knapp 14'500 Schweizer Studierende, darunter 533 aus dem Bereich IT. (Hans Jörg Maron)

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