Schweizer Kinder werden zu wenig in MINT-Fächern gefördert

21. Juni 2018, 08:01
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Kinder sollten früher an Technik, physikalische Vorgänge und Pflanzenkunde heranführt werden.

Kinder sollten früher an Technik, physikalische Vorgänge und Pflanzenkunde heranführt werden. Derzeit werden in der Schweiz die MINT-Fächer im internationalen Vergleich zu spät und zu wenig gefördert. Ein Fachkräftemangel in entsprechenden Berufen zeichne sich ab. Dieses Fazit ziehen die Akademien der Wissenschaften Schweiz, die die Angebote im MINT-Bereich in den Jahren 2013 bis 2016 analysiert haben.
Sie hätten festgestellt, dass in der Schweiz bei der Förderung der zunehmend wichtigen MINT-Kompetenzen noch grosser Handlungsbedarf bestehe, wie es im Schlussbericht heisst. Besonders die frühe Förderung des Nachwuchses bleibe im internationalen Vergleich auf der Strecke.
Trotz guten Berufsaussichten ziehen die MINT-Studiengänge nur wenige junge Menschen an: Von 148'000 Personen, die im Jahr 2016 an universitären Hochschulen studierten, hätten nur 18'000 Personen einen Studiengang mit einer MINT-Ausrichtung gewählt.
Bereits jetzt fehlten gut ausgebildete Fachleute, etwa in der Informatik aber auch im Bauwesen und weiteren technischen Berufen. Wichtig scheint den Akademien der Wissenschaften, dass sich Kinder daher bereits früher als heute für MINT-Themen interessieren und diese während der Berufswahl im Hinterkopf haben.
Firmen und Schulen in der Pflicht
Kinder und Jugendliche sollten von den Eltern spielerisch an technische und naturwissenschaftliche Themen herangeführt werden, heisst es weiter. Familien sollten zudem versuchen, die Geschlechterklischees aufzubrechen.
Gleiches gelte für Unternehmen. Diese sollten beispielsweise Schnupperlehren anbieten und Wissen oder finanzielle Ressourcen in ausserschulischen Angeboten einbringen. Weiter sollen auch die schulischen Inhalte angepasst werden. Es müssten neue Lehrkräfte ausgebildet und die bestehenden entsprechend weitergebildet werden. Zudem sollen neue Unterrichtsmaterialien erprobt oder bestehende verbessert werden. Mit diesen Massnahmen könne eine nachhaltige Wirkung erzielt werden.
Die Akademien der Wissenschaften Schweiz koordinierten die Analyse im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation. Mit rund 1,6 Millionen zur Verfügung gestellten Franken haben die Akademien 28 Projekte und 158 Gesuche mit Modellcharakter gefördert. (sda/kjo)

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