Schweizer KMU: 175'000 Franken pro Jahr für ICT

15. März 2006, 13:48
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Wieviel, wofür, wie oft? Eine aktuelle Studie befasst sich mit den Informatikbudgets von Schweizer KMU.

Wieviel, wofür, wie oft? Eine aktuelle Studie befasst sich mit den Informatikbudgets von Schweizer KMU.
Gemäss einer aktuellen Studie geben Schweizer KMU mit 10 bis 250 Mitarbeitern im Schnitt 175'000 Franken jährlich für ihre IT aus. Insgesamt bedeutet dies, so die Studie, bei geschätzten 38'000 Unternehmen dieser Grössenordnung in der Schweiz (Ohne Landwirtschaft) ein Marktvolumen für "KMU-IT" von immerhin 6,65 Milliarden Franken. (Dies, wie alle folgenden Zahlen, ist eine Hochrechnung aus den Zahlen, welche von den 1101 Unternehmen, die sich an der Studie beteiligten, angegeben wurden.)
Rechnet man die Ausgaben für internes IT-Personal (rund 1,33 Milliarden Franken) ab, würde der KMU-IT-Markt gemäss dieser Zahlen ziemlich genau ein Drittel des gesamten Schweizer ICT-Marktvolumens von etwa 16,2 Milliarden Franken (Schätzung Weissbuch 06) ausmachen.
IT-Budgets tendenziell stabil
In nächster Zeit dürften diese Ausgaben nach der Einschätzung der Studienteilnehmer in etwa stabil bleiben oder leicht steigen. Eine knappe Mehrheit rechnet mit stabil bleibenden Informatikkosten, rund ein Drittel vermutet, dass die Kosten in Zukunft eher steigen werden. Nur ein Zehntel glaubt, die Informatikkosten noch senken zu können. Sparpotential wird dabei am ehesten bei der Hardware vermutet. Auf der anderen Seite glauben die meisten KMU, dass sie mehr für Anwendungssoftware ausgeben werden.
Mehrkosten für externe Dienstleister wurden von 40 Prozent der Studienteilnehmer genannt. Das eigene IT-Personal wurde dagegen hinsichtlich steigender Kosten am wenigsten oft erwähnt. Das deutet darauf hin, dass man eher Dienstleistugen von Aussen beziehen will, als das eigene IT-Personal aufzustocken – Outsourcing wird also auch im KMU-Bereich vermehrt zum Thema.
Bei knapp der Hälfte der Unternehmen liegen die jährlichen ICT-Kosten zwischen 500 und 2000 Franken pro Mitarbeiter. 30 Prozent der KMU verzeichnen Kosten von über 2000 Franken pro Arbeitsplatz. Die oben genannte Durchschnittszahl von 175'000 Franken Informatikausgaben pro Betrieb ist eigentlich in der Realität eher untypisch. Die grosse Mehrheit der Betriebe (61,3 Prozent) hat, analog zur Grössenverteilung, IT-Budgets von unter 50'000 Franken, 40 Prozent liegen sogar unter 25'000 Franken. In knapp 70 Prozent der Unternehmen betragen die Informatikkosten maximal 1 Prozent des Gesamtumsatzes.
In die Höhe getrieben wird der Durchschnittswert durch die 11,3 Prozent der KMU, die jährlich mehr als eine Viertelmillion Franken für ICT ausgeben und vor allem durch die 1,8 Prozent, die über eine Million kommen.
Tendenziell geben grössere Unternehmen übrigens auch pro Mitarbeiter gerechnet mehr für ihre Informatik aus.
Software als grösster Kostenfaktor
Die IT-Ausgaben der KMU verteilen sich hochgerechnet folgendermassen (Siehe auch unsere Grafik): Etwa 1,51 Milliarden Franken pro Jahr werden für Hardware und Hardwareunterhalt ausgegeben. Für internes IT-Personal wird wie bereits erwähnt rund 1,33 Milliarden Franken aufgewendet. Fast ebenso viel kosten mit 1,3 Milliarden Franken externe Dienstleister. Und die Netzwerke kosten jährlich knapp 0,7 Milliarden Franken. Das grösste Stück der Informatikbudgets wird aber gemäss dieser Studie für Software ausgegeben: Rund 1,8 Milliarden Franken, schön verteilt auf je rund 0,9 Milliarden Franken für System- und Anwendungssoftware.
Erneuerungszyklus
Für Hardware und auch Software scheint weiterhin ein Erneuerungszyklus von etwa 3 Jahren die Regel zu sein, wobei die Hardware allerdings eher etwas länger ihren Dienst tun muss. Gemäss der Studie erneuert etwas mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Hard- und Software alle ein bis drei Jahre. Rund 17 Prozent der Betriebe nannten einen Erneuerungszyklus von zwischen vier und sechs Jahren für die Software, bei der Hardware liegen mit 38 Prozent deutlich mehr Betriebe in diesem Bereich. knapp vier Prozent wechseln sowohl Hardware als auch Software seltener als alle sechs Jahre.
Für die Innovation und Erneuerung der IT-Infrastruktur wird dabei von den KMU recht viel Geld investiert: Insgesamt gaben die Studienteilnehmer an, dass im Schnitt rund 36 Prozent der Informatikausgaben in die Evaluation und den Aufbau neuer Systeme und Anwendungen fliessen.
Die vorliegende KMU-IT-Studie wurde vond er Fachhochschule Nordwestschweiz in Kooperation mit dem Competence Center E-Business Basel durchgeführt und wird im Verlag 'Netzwoche' herausgegeben. Dort kann man ein kostenloses Management-Summary oder einen ausführlicheren Bericht (95 Franken) bestellen. (Hans Jörg Maron)
(Diagramm: Quelle Netzreport 06, Grafik inside-it.ch)

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