Schweizer Logistiker erhoffen sich riesige Einsparungen durch RFID

28. März 2006 um 09:04
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Pilotversuche da und dort

Pilotversuche da und dort
Der weltweite aktive Consultant Accenture hat zusammen mit GS1 Schweizer Hersteller, Logistiker und Händler zum Einsatz von Datenaustausch- und Kommunikationsstandards, wie etwa den bekannten EAN-Strichcode befragt. GS1 ist vor einem Jahr aus der Fusion von drei Industrieverbänden (ECR Schweiz, Schweizerische Gesellschaft für Logistik und EAN Schweiz) hervorgegangen und zählte heute etwa 4'200 Mitglieder. 320 davon haben sich an der Umfrage beteiligt.
Im Gegensatz zu bekannten Standards wie EDI (Electronic Data Interchange) oder EAN (Europäische Artikel Nummerierung) werden heute RFID (Radio Frequency Identification Device), kleine Chips, die ihren Inhalt berührungslos an ein Lesegerät senden können, in der Schweiz erst testweise eingesetzt. Immerhin ein Viertel der Teilnehmer an der Umfrage ist aktiv an Pilotversuchen beteiligt. Dies ist gemäss einer Pressemitteilung von Accenture deutlich weniger als in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien.
RFID-Einsatz bringt mehr Umsatzsteigerungen als Kosteneinsparungen
Obwohl man in der Schweizer Lieferkette vom Hersteller über den Logistiker/Distributor bis zum Händler also das Thema RFID noch recht zurückhaltend angeht, sind die langfristigen Erwartungen hoch: Über alle Stufen der Supply-Chain hinweg erwarten die Umfrage-Teilnehmer eine Umsatzsteigerung von 1,2 Prozent durch den RFID-Einsatz während man glaubt, dass sich die Kosten um erstaunliche 0,5 Prozent senken liessen. Accenture rechnet diese beiden Prozentangaben zu einer "Effizienzsteigerung" von insgesamt sechs Milliarden Franken hoch.
Firmen aus der Produktion und der Logistik erwarten vom RFID-Einsatz - wenig erstaunlich - deutlich positiviere Effekte als Händler. Bis RFID in der Praxis eingesetzt werden, wird noch einige Zeit vergehen. Denn die Funkchips haben gemäss den Umfrageteilnehmern heute noch eine zu geringe Reichweite (die Ware muss zu nahe am Lesegerät durchgeführt werden) und die Zuverlässigkeit beim Auslesen der Informationen ist noch zu gering.
Die Zahl von 320 Umfrageteilnehmern aus insgesamt 4'200 Firmen lässt allerdings vermuten, dass eher die interessierten Firmen, also solche, die sich bereits intensiv mit dem Thema RFID auseinandergesetzt haben, an der Umfrage teilgenommen haben. (hc)

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