Schweizer Mail-Verschlüsselung SEPPmail stark nachgefragt

14. September 2010, 11:19
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ZOE-One wächst und nennt sich fortan SEPPmail.

ZOE-One wächst und nennt sich fortan SEPPmail.
Das Geschäft mit dem sicheren und rechtsverbindlichen E-Mail-Verkehr gewinnt an Bedeutung. In der Schweiz gibt es schon seit längerem IncaMail der Schweizerischen Post, in Deutschland wurde vor kurzem De-Mail lanciert. Eines der Probleme bei beiden Lösungen ist aber, dass die US-Firma RPost ein Softwarepatent auf das sogenannte elektronische Einschreiben besitzt – die Post wurde im Frühjahr deswegen verklagt.
Einen etwas anderen Ansatz hat die Schweizer Lösung SEPPmail, welche den sicheren E-Mail-Verkehr (Verschlüsselung und digitale Signatur) ermöglicht, nicht aber das umstrittene elektronische Einschreiben. Wie SEPPmail-Chef Stefan Klein erklärt, besteht der Hauptunterschied zwischen SEPPmail und den oben genannten Lösungen darin, dass SEPPmail als Appliance bei den Kunden installiert wird, während etwa IncaMail sozusagen ein Dienst aus der "Cloud" ist.
Auf Wachstumskurs
Klein übernahm vor knapp einem Jahr die alleinige Mehrheit von SEPPmail, nachdem Mitgründer Robert Vogel das Unternehmen verlassen hatte. Erst vor einigen Wochen wurde das Unternehmen von ZOE-One in SEPPmail umfirmiert. Gleichzeitig wurde das Unternehmen von einer GmbH in eine AG umgewandelt. Einsitz im neu gebildeten Verwaltungsrat nehmen Thomas Boll, CEO Boll Engineering, und Günther Wirrer, Geschäftsführer der in Deutschland domizilierten XnetSolutions KG.
SEPPmail befinde sich auf "beeindruckendem Wachstumskurs", heisst es in einer aktuellen Mitteilung. Man weise bereits mehr als 300 Kunden auf. Die Anzahl lizenzierter Benutzer konnte innert Jahresfrist von 10'000 auf rund 19'000 User beinahe verdoppelt werden. Als eigentlicher Wachstumstreiber entpuppe sich seit 2009 der internationale Markt, heisst es in der Mitteilung weiter. Gemäss Klein ist SEPPmail vor allem im deutschsprachigen Raum tätig. Der Auslandsmarkt ist bei SEPPmail für einen Umsatz- und Lizenzanteil von rund 50 Prozent verantwortlich. Mittlerweile gehören aber auch zwei der fünf grössten Schweizer Versicherer zu den SEPPmail-Kunden. (Maurizio Minetti)

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