Schweizer Musikverband zu Raubkopierer: "Game Over!"

15. November 2005, 17:33
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    Der Dachverband der Schweizer Musikindustrie, IFPI Schweiz, hat schon letzte Woche angekündigt, den Tauschbörsen-Nutzern in der Schweiz den Garaus machen zu wollen. Bei einer Pressekonferenz in Zürich bekräftigte der Verband heute, dass zivilrechtliche und "in besonders schwerwiegenden Fällen" auch strafrechtliche Verfahren gegen Raubkopierer eingeleitet werden sollen.
    Die Aktion "Game Over" richte sich neu gegen private Raubkopierer. In den bisherigen Mitteilungen hat IFPI Schweiz jedoch nicht zwischen Typen von Tauschbörsen-Nutzern unterschieden. IFPI Schweiz habe sich bisher auf die professionellen und semiprofessionellen Raubkopierer konzentriert. 1500 Fälle seien verfolgt und 1200 auch abgewickelt worden. Dieses Segment existiere in der Schweiz "de facto nicht mehr", sagt Beat Högger von IFPI Schweiz.
    Der Verband hat auch den Ausdruck "Files anbieten" mit "Files verbreiten" ersetzt. Offensichtlich hat man gemerkt, dass Files in Tauschbörsen gleichzeitig up- und downgeloaded werden. Vorerst sollen User zur Kasse gebeten werden, die "viele Musikstücke illegal im Internet verbreiten". Was viel und was wenig ist, wird daraus nicht klar. Obwohl Klagen das letzte Mittel seien, scheue man nicht davor zurück. Es gehe dabei vorwiegend um erwachsene, berufstätige Menschen, die sich Musik leisten könnten und nicht "um ein paar Kids", sagt Högger.
    Diesen Usern droht die Löschung aller illegalen Musikfiles. Vor allem müssen sie aber mit Schadenersatz-Ansprüchen rechnen. – In der Grössenordnung zwischen 3000 und 10'000 Franken. Laut Högger habe sich gezeigt, "dass der durch private Raubkopierer entstandene wirtschaftliche Schaden in der Schweiz grösser ist als im Rest Europas." (mim)

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