Schweizer Outsourcer trotz Marktwachstum unter Preisdruck

18. Juli 2006, 12:17
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Swisscom IT-Services nun auf Rang 2 der Top-7 Outsourcer in der Schweiz

Swisscom IT-Services nun auf Rang 2 der Top-7 Outsourcer in der Schweiz
Der Schweizer IT-Outsourcing-Markt wird zwischen 2006 und 2010 durchschnitlich um 7,5 Prozent pro Jahr wachsen. Dies prognostiziert der deutsch-französische Marktforscher Pierre Audoin Consultants (PAC) in der neuesten Ausgabe der SITSI-Studie (Software & IT Service Industries) zur Schweiz, die im August erscheinen wird. Trotz diesem verhältnismässig starkem Wachstum - der Gesamtmarkt wird nur um etwas 5 Prozent jährlich wachsen - konstantiert Beraterin Julia Reichhart von PAC zunehmend härtere Zeiten für IT-Outsourcer in der Schweiz.
"Ausser Vertragsverlängerungen, wie die im wahrtsen Sinne des Wortes umstrittenen SBB-Verhandlungen, aus denen vor allem Swisscom als grosser Gewinner hervorging, kommen recht wenige grosse Deals zustande. Und selbst Verlängerungen bringen Outsourcern aufgrund des starken Preisdrucks oft nicht den gewünschten Profit - wenn überhaupt", so Reichhart.
Reichhart nennt verschiedene Gründe für die harte (für Anbieter) Preissituation im Schweizer IT-Outsourcing-Markt. "Die Anwender sind heute reifer. Sie lösen ihre Hausaufgaben bevor sie outsourcen und sie sind heute fähig, mehrere Anbietern parallel zu managen. Deshalb gibt es mehr Teil-Outsourcing-Verträge." Während der Preisdruck im IT-Projektgeschäft bereits früher eingesetzt hat, so Reichhart, sind die Zyklen im Outsourcing-Geschäft länger und viele grosse Deals kommen jetzt in Neuverhandlungen.
Doch die Beraterin verschweigt auch nicht, dass der Eintritt von Swisscom IT-Services (SCIS) in den Markt Bewegung in die Preislandschaft gebracht hat. Sie kommentiert den anhaltenden Dumping-Vorwurf der Konkurrenz an die Adresse von SCIS so: "Auf die Dauer muss auch SCIS Profite erbeiten. Aber sicher gibt es Mischkalkulationen und SCIS kann mit Infrastruktur arbeiten, die aufgrund des Swisscom-Auftrags schon da und finanziert ist." Doch sie verweist auf das Beispiel T-Systems in Deutschland. Auch gegenüber T-Systems hat die Konkurrenz lange von "Dumping" gesprochen. Doch: "T-Systems ist heute im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern profitabel."
Von der Rationalisierung zum Mehrwert
Die Outsourcer reagieren auf den Preisdruck mit Standardisierung und Automatisierung der Prozesse. Doch dies genügt heute nicht mehr, da sie in "Preis und Leistung mehr oder weniger vergleichbar sind." Deshalb müssten Outsourcer heute Angebote entwickeln, die dem Kunden einen Mehrwert bringen. Reichhart nennt als Beispiele flexible Abrechnungsmodelle, innovative Themen wie RFID oder Mobilität und Angebote wie Offshore-Entwicklung oder Mithilfe bei "Compliance" (Erfüllung gesetzlicher Vorschriften).
Die sieben grössten Outsourcer in der Schweiz
Ohne die Umsätze innerhalb eines Konzerns (so genanntes "non-captive Outsourcing") und ohne die Umsätze, die mit Konzerngesellschaften im Ausland erwirtschaftet wurden, ermittelt PAC folgende aktuelle Rangliste der Schweizer Outsourcer (in Klammer der Umsatz in Mio. Franken):

  1. IBM (408)
  2. CSC (59)

Swisscom konnte damit T-Systems vom Rang 2 verdrängen. Beigetragen haben Kundengewinne wie TA-Media, Swiss, Ascom oder CSS aber natürlich auch die Übernahme des St. Galler Rechenzentrums der AGI. (Christoph Hugenschmidt)

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