Schweizer PC-Business ist zurück

10. Februar 2011, 11:26
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Der Schweizer PC-Markt hat sich vom Einbruch 2009 erholt. Gewinner: Acer und Apple. HP verliert Marktanteile, dominiert aber weiterhin. Paradox: Virtualisierung führt zu Steigerung der Serverumsätze.

Der Schweizer PC-Markt hat sich vom Einbruch 2009 erholt. Gewinner: Acer und Apple. HP verliert Marktanteile, dominiert aber weiterhin. Paradox: Virtualisierung führt zu Steigerung der Serverumsätze.
Alles verändert sich im IT-Geschäft, nur zwei Dinge bleiben gleich: Die PC-Preise sinken und Anfang Jahr präsentiert Robert Weiss mit dem 'Weissbuch' die neusten Zahlen zum Schweizer PC-Business.
War 2009 noch von einem signifikanten Umsatzrückgang für die PC-Branche geprägt, so hat sich der Markt letztes Jahr erholt. Total stieg der PC-Umsatz letztes Jahr um 6,7 Prozent auf 1,897 Milliarden Franken. 2010 wurden gemäss Weiss in der Schweiz 701'000 Desktop-PCs und 1'303'000 Notebooks und Notebook-ähnliche Geräte (Netbooks, Tablets) verkauft.
Umsatzriese Apple
Eindrücklich dokumentierte Weiss an einer Medienveranstaltung heute Morgen, wie stark die Position von Apple im Schweizer IT-Markt geworden ist. Gemäss dem Marktforscher setzte Apple letztes Jahr 787'000 iPhones, 159'000 Notebooks und 102'000 iPads in der Schweiz ab und erreichte damit einen Umsatz von etwa einer Milliarde Franken.
Zudem hat Apple mit dem riesigen Erfolg seiner iPad Tablet-PCs fast im Alleingang das Geschäft mit kleinen, billigen Notebooks (Netbooks) zerstört. Statt wie erwartet ein rasantes Wachstum zu zeigen, schrumpfte der Netbook-Markt letztes Jahr gemäss Weiss um 7,8 Prozent in Stückzahlen und um über 20 Prozent in Franken. Total wurden 2010 nur noch Netbooks im Wert von 76 Millionen Franken verkauft.
Mit ungefähr 102'000 verkauften iPads dominiert Apple den noch jungen Markt für Tablet-PCs bei weitem. Gemäss Weiss besetzte Apple damit einen Marktanteil von sage und schreibe 92,7 Prozent.
Fujitsu fällt aus den Top-10
In der von Weiss jährlich veröffentlichen Rangliste der grössten PC-Hersteller in der Schweiz haben sich letztes Jahr wenig Veränderungen ergeben. Auf Platz 1 sitzt weiterhin Hewlett-Packard mit einem Marktanteil von 32,8 Prozent. HP setzte letztes Jahr etwas mehr Systeme (657'000) ab, verlor aber etwas Marktanteile an Acer und Apple. Acer sitzt mit 17,8 Prozent auf Platz 2, gefolgt von Apple mit 13,4 Prozent Marktanteil.
Aus der Rangliste der Top-10 PC-Anbieter in der Schweiz verschwunden ist Fujitsu. Neu dabei ist Samsung. Der koreanische Hersteller setzte gemäss Weiss letztes Jahr total 33'500 Systeme (Home-Notebooks und Netbooks) ab.
Schweizer PC-Markt 2010: Die Rangliste
(in Klammern: Marktanteil 2010, Veränderung des Marktanteils in Prozenten)

  1. HP (32,8 Prozent/ - 8,7 Prozent)
  2. Rest (6,5 Prozent/ - 18,9 Prozent)

Aufschwung im Server-Markt
Nicht vom ewigen Preiszerfall betroffen ist gemäss Weiss das Geschäft mit x86-Servern. Und zwar hat der Trend zur Virtualisierung zu einem paradoxen Effekt geführt. Der Einsatz von Virtualisierungssoftware, die ja eigentlich die Kosten für Hardware reduzieren sollte, führt zu einem höheren Bedarf an Speicher und Rechenkapazität. Deshalb sind die Durchschnittspreise gemäss Weiss gestiegen und auch in Stückzahlen legte der Markt zu. So stieg der Gesamtumsatz mit x86-Servern in der Schweiz um 34 Prozent auf Total 576 Millionen Franken.
Gemäss Weiss konnte HP den eh schon grossen Marktanteil weiter auf nun 58,4 Prozent ausbauen. Dahinter folgen Dell, IBM, Fujitsu, der Assemblierer Axxiv, Cisco (gemäss Weiss konnte Cisco letztes Jahr 610 Systeme in der Schweiz verkaufen), Transtec, Sun und Maxdata. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: Robert Weiss stellt die Resultate vor. Fotograf: Peter Wolf)

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