Schweizer Robo-Advisors sind zu teuer

19. August 2019, 13:32
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Robo-Advisors sind ein interessanter, aber teurer Vertriebskanal für Vermögensverwalter. Daneben beschäftigen Blockchain und Analytics die Branche, so eine Studie.

Robo-Advisors sind ein interessanter aber teurer Vertriebskanal für Vermögensverwalter. Daneben beschäftigen Blockchain und Analytics die Branche, so eine Studie.
Robo-Advisors seien ein potenziell interessanter Vertriebskanal für Asset-Manager. Doch trotz der wachsenden Bedeutung der digitalen Vermögensverwaltung habe der Robo-Advisory-Markt in der Schweiz noch nicht an Dynamik gewonnen. So ein Fazit der "Asset Management Studie 2019", die von der Hochschule Luzern und der Asset Management Plattform Schweiz erstellt wurde
Ein grosser Nachteil der Robo-Advisors seien die hohen Kosten: Mit einer durchschnittlichen Gesamtgebühr von 0,95 Prozent seien die Schweizer Robo-Advisors deutlich teurer als vergleichbare US-Konkurrenten, so die Studienautoren. Abgesehen vom allgemein höheren Kostenumfeld im Schweizer Markt, wo sowohl die Pauschalgebühren als auch die Produktkosten doppelt so hoch seien wie in den USA, könne man hierzulande kaum von Skaleneffekten profitieren.
Entscheidungen anhand von Datenanalyse treffen
Auch werden Künstliche Intelligenz und Analytics immer wichtiger, schreiben die Autoren. Unternehmen, die datengesteuerte Entscheidungen treffen, seien im Durchschnitt fünf Prozent produktiver und sechs Prozent profitabler als vergleichbare Firmen ihrer Branche. Dabei spielten sowohl "Predictive Analytics" als auch "Diagnostic Analytics" eine Rolle. Ein Beispiel von Letzterem sei, anhand von Datenanalysen versuchen herauszufinden, warum ein Kunde ein Unternehmen verlassen hat; während mit Predictive Analytics versucht wird, anhand von statistischen Modellen Vorhersagen zu treffen.
Beim Asset Management der UBS würden Machine-Learning-Algorithmen zum Einsatz kommen, die auch mit Daten gespiesen werden können, die ausserhalb der traditionellen Quellen wie Marktdaten und Unternehmensmeldungen liegen. Andere Vermögensverwalter würden Satellitenbilder verwenden, um die Parkplätze vor Geschäften zu analysieren, um Einblicke in die Verkaufsaktivitäten zu erlangen.
Tokenisierung von Assets ist "vielversprechend"
Auch dem Thema Blockchain und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) widmet sich die Studie in einem kurzen Kapital. Anwendungen für die Technologie gebe es in Bereichen, wo versucht wird, die Anzahl der Intermediäre zu reduzieren oder wo Automatisierung gefragt sei. Konkret werden von den Autoren Smart Contracts im Zusammenhang mit Clearing- und Settlement-Aktivitäten genannt. Eine vielversprechende Anwendung sei ausserdem mit der Tokenisierung von Vermögenswerten entstanden. Ein Token repräsentiert beispielsweise eine Beteiligung an einem Unternehmen oder das Eigentum an einer Immobilie. Die Tokenisierung von Assets ermögliche eine Steigerung der Markteffizienz, da der Kauf und Verkauf von Assets vereinfacht werden könnte.
Es sei aber anzumerken, dass es aber eine "angemessene Regulierung" brauche, damit die Vorteile von DLT voll ausgeschöpft werden könnten. Da DLT-basierte Plattformen dezentralisiert sind, könnten die entsprechenden Sicherheitsbestimmungen in den verschiedenen Ländern variieren. Wenn nun Regulierungen den freien und internationalen Handel mit Token einschränken würden, würden viele Vorteile der Tokenisierung untergraben, schreiben die Autoren.
Ausserdem würde sich eine DLT-Infrastruktur für den Aufbau einer Börsen-Infrastruktur eignen sowie für regulatorische Berichts- und Compliance-Zwecke. In der Schweiz kündigte die Schweizer Börse SIX ihre Absicht an, eine blockchainbasierte Börse (SDX) aufbauen zu wollen. Auch von einem Konsortium rund um Swisscom und der Deutschen Börse gibt es Pläne, eine blockchainbasierte Digital-Asset-Plattform aufzubauen.
Die Studie erscheint zum zweiten Mal. Ziel der Autoren ist es, einen jährlichen Überblick über den Status und die Entwicklungen der Schweizer Asset-Management-Branche zu liefern. (kjo)

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