Schweizer Startup räumt im Weltall auf

23. Juni 2020, 14:23
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ClearSpace will sich des Problems des Satellitenmülls annehmen und erhält nun Unterstützung von Microsoft.

Das in Ecublens (VD) ansässige Startup ClearSpace entstand aus der Zusammenarbeit einiger der Gründungsmitglieder am Raumfahrtzentrum der EPFL in Lausanne, nachdem 2009 mit dem SwissCube der erste in der Schweiz gebaute Satellit ins All geschossen wurde. Ziel des Unternehmens: Das Orbit von ausrangierten und ausgefallenen Satelliten zu säubern.
Rund 3000 solche Satelliten "ausser Betrieb" würden die Erde umkreisen, heisst es in einer Mitteilung. Es drohen Explosionen, Kollisionen mit anderen Satelliten und eine zunehmende Müllhalde im Weltall. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) habe deshalb beschlossen, nun den Weg für eine nachhaltige Entwicklung des Weltraums zu ebnen, und ClearSpace mit der Leitung einer ersten Mission "ClearSpace-1" beauftragt.
Die Mission bestehe in der erstmaligen Aufnahme und Entfernung eines unkontrollierten Satelliten, der sich mit 7 Kilometern pro Sekunde in mehr als 600 Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel im Orbit befindet. Das Team von ClearSpace werde sich in Zusammenarbeit mit renommierten Industriepartnern darauf konzentrieren, modernste Technologien für Sensorfusion, autonome Navigation und Weltraumrobotik zu entwickeln und diese in einen agilen Chaser zu integrieren. Der Start der Mission ist für das Jahr 2025 geplant.
Das internationale Team bringe viele Jahre Erfahrung aus Wissenschaft und Forschung (EPFL, MIT) mit, daran beteiligt sind neben der ESA auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Unternehmen wie Airbus, Thales, Ruag und Surrey Satellite Technology. Zu den beteiligten Unternehmen stösst nun auch Microsoft: CleanSpace wird in das "Global Social Entrepreneurship Program" aufgenommen und von Microsoft mit Technologie, Partnerschaften und finanzieller Hilfe unterstützt.
Luc Piguet, CEO und Gründer von ClearSpace, erklärt: "ClearSpace-1 ist mehr als eine bahnbrechende Mission und eine hochwirksame technische Errungenschaft. Es ist der erste Meilenstein auf dem Weg zu einem zukünftigen Service zur Beseitigung von Weltraummüll zu erschwinglichen Kosten."

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