Schweizer Startup soll im Weltraum aufräumen

2. Dezember 2020, 16:23
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Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) vergibt einen 86 Millionen Euro schweren Auftrag an Clearspace, um Weltraummüll zu entfernen.

Ein vom Schweizer EPFL-Spinoff Clearspace angeführtes Konsortium hat von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) den Auftrag erhalten, Weltraummüll zu entfernen. Die ESA habe einen 86 Millionen Euro schweren Vertrag unterzeichnet, wie sie mitteilt. Demnach wird Clearspace im Jahr 2025 die erste Mission zur Trümmerbeseitigung durchführen. Dabei soll ein Vespa-Oberteil eines Nutzlastadapters, der einst Teil der Vega-Nutzlastrakete der Agentur war, geborgen werden.
Das Startup kombiniert Technologien wie modernste Technologien für Sensorfusion, autonome Navigation und Weltraumrobotik für die Mission.
Das von Clearspace angeführte Konsortium sei aus 13 ausgewählt worden, darunter führende Namen der Weltraumindustrie, schreibt die EPFL. Für die ESA handle es sich um einen Meilenstein für die Etablierung eines neuen kommerziellen Sektors im Weltraum. Der Kauf der Mission mit einem End-to-End-Dienstleistungsvertrag, statt ein von der ESA definiertes Raumfahrzeug zu entwickeln, stelle einen neuen Weg dar, Geschäfte zu tätigen. Die Organisation kaufe die Mission und bringe Schlüsselkompetenz als Teil des Projekts für Weltraumsicherheit ein. Clearspace werde den Rest der Missionskosten über kommerzielle Investoren aufbringen, heisst es in der Mitteilung der Weltraumagentur.
Das Vespa Teil sei nach dem zweiten Flug der Vega im Jahr 2013 in einer etwa 800 Kilometer langen und 664 Kilometer hohen Umlaufbahn zur allmählichen Entsorgung zurückgelassen worden. Mit einer Masse von 112 Kilogramm sei es so gross wie ein kleiner Satellit. Die seit fast 60 Jahren dauernden Weltraumaktivitäten hätten zu tausenden von Objekten im Orbit geführt.
Clearspace-1 soll die technische Fähigkeit und die kommerzielle Kapazität unter Beweis stellen, um die langfristige Nachhaltigkeit der Raumfahrt erheblich zu verbessern.
An der Clearspace-1-Mission sind laut der Mitteilung Unternehmen aus einer Vielzahl von europäischen Ländern beteiligt. Während die Federführung für das Industrieteam bei Clearspace liege, kommen die weiteren Beiträge von Unternehmen aus der Schweiz, der Tschechischen Republik, Deutschland, Schweden, Polen, dem Vereinigten Königreich, Portugal und Rumänien.
Bei der EPFL forsche man seit 2010 im Rahmen des Cleanspace-Projekts an Weltraummüll-Auffind- und Abfangsystemen. Clearspace wurde 2018 gegründet.

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