Schweizer Studie: Internet-"Dinge" verbrauchen zu viel Strom

13. Juli 2016, 11:54
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Immer mehr Alltagsgegenstände sollen per Internet miteinander kommunizieren, um den Komfort der Nutzer zu erhöhen.

Immer mehr Alltagsgegenstände sollen per Internet miteinander kommunizieren, um den Komfort der Nutzer zu erhöhen. Ein Ziel mancher Anwendungen im Internet der Dinge (IoT) ist es auch, Energie zu sparen. Mit einem vernetzten Zuhause beispielsweise liesse sich theoretisch Strom sparen, zum Beispiel indem Storen und Lampen miteinander kommunizieren und sich je nach Tageslichtangebot aufeinander abstimmen.
Eine Studie des iHomeLab der Hochschule Luzern zeigt aber, dass der weltweite Stromverbrauch durch eine massive Erhöhung der Zahl der IoT-Anwendungen steigen könnte. Laut der Studie verbrauchen viele Geräte speziell im Stand-by unnötig viel Energie, also dann, wenn sie eigentlich gar nichts tun.
Da die Anzahl vernetzter Dinge künftig stark steigen wird, könnte sich der weltweite Stand-by-Verbrauch von heute knapp 10 Terawattstunden pro Jahr auf 46 Terawattstunden im Jahr 2025 erhöhen, schrieb die Hochschule kürzlich in ihrem Magazin. Verglichen mit dem geschätzen gegenwärtigen globalen Stromverbrauch von rund 24 Petawattstunden wären dies nach der Rechnung von inside-it.ch zwar nur knapp zwei Promille - aber eben zwei zumindest teilweise vermeidbare Promille. Und es entsppricht immerhin rund drei Viertel des heutigen elektrischen Energieverbrauchs der Schweiz.
Hauptproblem ineffiziente Netzteile
Das Problem liege hauptsächlich bei Geräten, die Energie über Stromkabel beziehen, so die Studie. Bei diesen werden Technologien eingesetzt, die nicht stromsparend sind: Viele Netzteile sind nicht effizient, wenn sie nur die geringe Leistung für den Stand-by-Betrieb liefern müssen.
Die Lösung wäre, sich an batteriebetriebenen Geräten zu orientieren, schlagen die Forscher vor: Bei diesen kommen nämlich gut funktionierende Technologien zum Einsatz, die wenig Strom verbrauchen. "Werden diese auch bei den kabelgebundenen Geräten eingesetzt, könnte der Stand-by-Verbrauch massiv gesenkt werden", liess sich iHomeLab-Leiter Alexander Klapproth im Magazin zitieren.
Die Studie wurde vom Technology Cooperation Program 4E der Internationalen Energieagentur in Auftrag gegeben und vom Bundesamt für Energie unterstützt. (hjm/sda)

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