Schweizer Telcos reagieren auf Netflix

3. September 2014, 05:29
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UPC Cablecom lanciert "MyPrime", auch Swisscom plant Video-On-Demand-Flatrates.

UPC Cablecom lanciert "MyPrime", auch Swisscom plant Video-On-Demand-Flatrates.
Mit dem Markteintritt des US-Videoaboservices Netflix erwächat Schweizer Anbietern von TV-Services wie UPC Cablecom, Swisscom oder Sunrise eine neue Konkurrenz. Zumindest die On-Demand-Einnahmen aus "Triple-Play"-Angeboten dürften geschmälert werden, manche bisherige TV-Kunden könnten sogar geneigt sein, ganz auf ein normales TV-Abonnement zu verzichten. UPC Cablecom hat nun aber heute noch kurz vor dem Markteintritt von Netflix flugs einen eigenen Video-Abodienst namens "MyPrime" lanciert.
Das neue Produkt bietet den Kunden zum Festpreis einen unbegrenzten Zugriff auf die angebotenen Serien, Sendungen und Filme. Derzeit seien 2000Titel in der Bibliothek verfügbar, sagte Ivo Hoevel, Marketingchef bei Cablecom, heute vor den Medien in Zürich. Bis Ende Jahr soll das Angebot auf rund 10'000 Titel ausgebaut werden.
50'000 Cablecom-Kunden, jene mit einem Kombiangebot, können seit heute ohne Zusatzkosten auf "MyPrime" zugreifen. In deren Abo ist der neue Dienst mit einbegriffen. Für alle anderen kostet "MyPrime" 9.95 Franken pro Monat.
Cablecom versucht sich sogar wie Netflix als Produzent von eigenen Inhalten, wenn auch zunächst noch in bescheidenem Rahmen. Cablecom gibt eine eigene Serie in Auftrag. Sie heisst "Fässler-Kunz" und handelt von einem älteren Schweizer Ehepaar, gespielt von Esther Gemsch und Patrick Frey. Alle Episoden sollen ab Anfang Dezember gleichzeitig verfügbar sein.
Auch Swisscom plant Flatrates
Der Wettbewerb unter den Anbietern dürfte sich künftig weiter verschärfen. Denn auch Swisscom, mit seiner Tochter Teleclub bisher Marktführer für Video on Demand ist, kündigt eine Reaktion an.
"Wir prüfen derzeit verschiedene Modelle, um unseren Kunden per Ende Jahr Flatrate-Angebote im Bereich Filme, Serien und Dokumentationen anzubieten", teilte Swisscom-Mediensprecher Carsten Roetz der Nachrichtenagentur 'sda' mit. Genaueres könne Swisscom aber erst bekanntgeben, wenn es soweit sei. (sda/hjm)

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