Schweizer Telcos: Wer verzeichnet am meisten Störungsmeldungen?

6. März 2017, 13:55
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Wann immer eine grössere Störung des Internets gemeldet wird, werden sie in den Medien fleissig vervielfältigt: Die Karten mit den schönen grellroten Flächen, die Störungsgebiete kennzeichnen sollen.

Wann immer eine grössere Störung des Internets gemeldet wird, werden sie in den Medien fleissig vervielfältigt: Die Karten mit den schönen grellroten Flächen, die Störungsgebiete kennzeichnen sollen. Als Ende letztes Jahr ein DDoS-Angriff vermutlich massive Störungen bei Level 3 verursacht hat, griffen neben vielen Publikationen auch wir auf eine solche Karte von downdetector.com zurück. Das Schöne an solchen Maps ist die plastische und dramatisch wirkende Darstellung der Störungsherde. Allerdings sind die Darstellungen weder präzise noch verlässlich. Diese Dienste stützen sich nämlich nicht auf Informationen der Provider, sondern auf Störungsmeldungen von Usern, die aus Foren und sozialen Medien bezogen werden.
Am Freitag hat die 'Bernerzeitung' auf Grundlage der Zahlen eines solchen Dienstes ein Störungsranking der drei grossen Schweizer Telcos für das Jahr 2016 veröffentlicht. Angeführt wird die Rangliste vom Kabelnetzbetreiber UPC, der im vergangenen Jahr laut allestörungen.ch an 13 Tagen grosse Ausfälle zu verzeichnen hatte. Dahinter folgen Swisscom mit acht Tagen und schliesslich Sunrise mit vier Tagen. Auch bei den kleineren Unterbrechungen liegt UPC vor Swisscom und Sunrise.
Auffällig an der Auswertung sei zudem, dass die Mobilfunknetze in der Schweiz zuverlässig funktionieren, schreibt die 'Bernerzeitung'. Es wurden von der Software des Auswertungsdienstes keine gehäuften Störungsmeldungen gefunden. Das zeigt aber die Schwäche der Erhebungsgrundlage: Mindestens ein grosser Ausfall des Mobilnetzes wurde letztes Jahr etwa von UPC gemeldet.
UPC wehrt sich gegenüber der Tageszeitung gegen die Vorwürfe. Die Werte seien nicht repräsentativ oder aussagekräftig, schliesslich könne jeder Störungen melden. Die Geräte aller Kunden wären zu 99,82 Prozent ohne Störung gelaufen und die gesamte Dauer der Unterbrüche habe im Schnitt weniger als zwei Stunden pro Jahr betragen. (ts)

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