Schweizer Unix-Server-Markt implodiert

4. Juni 2009, 13:45
  • rechenzentrum
  • schweiz
image

Die Verkäufe von Highend-Servern mit RISC- oder Itanium-Prozessoren gingen im ersten Quartal massiv zurück.

Die Verkäufe von Highend-Servern mit RISC- oder Itanium-Prozessoren gingen im ersten Quartal massiv zurück.
Unix-Server sind immer noch ein wichtiges, aber auch sehr konjunkturempfindliches Segment des Schweizer Hardware-Markts. Ein Segment, in dem man in diesen Tagen nicht auf der Anbieterseite stehen möchte. Denn im ersten Quartal '09 ging der Absatz von solchen Systemen sowohl sequentiell wie auch im Jahresvergleich massiv zurück.
So halbierte sich der Absatz von RISC- und Itanium-Systemen im Vergleich zum ersten Quartal 2008 gemäss neuen Zahlen von IDC praktisch von 47 Millionen Franken auf noch 25 Millionen. Besonders brutal war der Einbruch in dem von Sun dominierten Segment der kleinen, günstigen (bis 25'000 Dollar Fabrik-Listenpreis) RISC-Systeme . Der Umsatz mit diesen Servern sank im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent auf gerade noch 2,5 Millionen Franken.
Etwas weniger schlimm war der Rückgang im Segment der Systeme, die bis zu 99'000 Dollar kosten. Dieses Marktsegment schrumpfte von 11 Millionen auf noch 7,7 Millionen Franken. Der Absatz von mittelgrossen Systemen (bis 250'000 Dollar Listenpreise) wuchs sogar im Jahresvergleich leicht (um 12 Prozent) auf 8,5 Millionen Franken. Grosse Systeme, die mehr als 250'000 Dollar kosten, wurden hingegen ebenfalls sehr viel weniger abgesetzt. Der Gesamtumsatz sank von 18,5 auf noch knapp sechs Millionen Franken.
Nur noch IBM und Sun?
Am besten überstanden haben den brutalen Einbruch des Marktes Sun und IBM. Sun dominierte den Markt im Q1 in den drei Segmenten bis 250'000 Dollar Fabrikpreis bei weitem und besetzte zwischen 91 (!) und 63 Prozent des Marktes. IBM hingegen war schlicht der einzige Anbieter, der noch ein paar (es waren genau 11) der Systeme mit Preisen über 250'000 Dollar absetzen konnte.
Zu beachten ist bei diesen Zahlenspielereien allerdings, dass der Absatz von RISC- / Itanium-Systemen je nach Projektlage stark schwankt und die Zahlen eines einzigen Quartals nicht unbedingt aussagekräftig sind. Zudem war im ersten Quartal noch nicht bekannt, dass Oracle Sun Microsystems übernehmen wird. Ob und wie stark der Verkauf des kalifornischen Serverherstellers das Vertrauen der potentiellen Kunden erschüttert hat, wird man erst später sehen. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: Heptagon, Wikimedia Commons)

Loading

Mehr zum Thema

image

Wasserverbrauch eines Microsoft-Rechenzentrums empört Holland

Ein grosses Microsoft-RZ hat 4-mal mehr Wasser zur Kühlung benutzt als geplant. Der Konzern verspricht jetzt Nachhaltigkeit.

publiziert am 17.8.2022
image

RZ-Betreiber NorthC endgültig in der Schweiz angekommen

Die Übernahme der Netrics-RZs in Münchenstein und Biel ist abgeschlossen.

publiziert am 16.8.2022
image

Glarus hoch3 ist bald Geschichte – die Migration läuft schon

Die Tage der IT-Firma der Glarner Gemeinden sind gezählt, sie wird auf Anfang 2023 in der kantonalen Informatik aufgehen. Entlassungen gibt es nicht.

publiziert am 12.8.2022
image

Explosion in US-Rechenzentrum von Google

Drei Personen haben nach einem elektrischen Zwischenfall schwere Verbrennungen erlitten. Ob die Explosion Ursache einer Search-Störung war, ist nicht bestätigt.

publiziert am 9.8.2022