Schweizer Unternehmen: Wenig Ahnung von Cybercrime-Risiken?

26. März 2013, 15:09
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Das Beratungsunternehmen KPMG hat im deutschsprachigen Raum eine Umfrage unter Unternehmen zu ihrer Einschätzung der Risiken durch verschiedene Formen von Cyberkriminalität - beziehungsweise "E-Crime", wie KPMG dies nennt - durchgeführt.

Das Beratungsunternehmen KPMG hat im deutschsprachigen Raum eine Umfrage unter Unternehmen zu ihrer Einschätzung der Risiken durch verschiedene Formen von Cyberkriminalität - beziehungsweise "E-Crime", wie KPMG dies nennt - durchgeführt. 500 der befragten Unternehmen stammten aus Deutschland, aber auch je 100 aus der Schweiz und Österreich. Dies lässt einige interessante Vergleiche zu.
So sind die deutschen Unternehmen klar am nervösesten, wenn es um Cybercrime geht. 82 Prozent von ihnen schätzen das generelle Risiko, als Unternehmen davon betroffen zu sein, als hoch oder sehr hoch ein, nur 18 Prozent als niedrig oder sehr niedrig. In der Schweiz schätzt dagegen ein Drittel der Befragten das Risiko als niedrig bis sehr niedrig ein, in Österreich sogar 43 Prozent.
In der Schweiz weicht dafür laut KPMG das subjektiv empfundene Risiko verschiedener Typen von Cyberkriminalität weit von ihren tatsächlichen Vorkommen ab, weit mehr noch, als in den anderen beiden Ländern. Hierzulande wird zum Beispiel laut der Studie von den acht von KPMG definierten Typen nur einer in etwa richtig eingschätzt, die Verletzung von Geschäfts- und Betriebsgehinissen. Deutlich überschätzt werde dafür die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen, deutlich unterschätzt die Gefahr durch die Manipulation von Finanzdaten (Siehe Grafik). In Deutschland ist die Diskrepanz einiges tiefer und in Österreich liegen die Einschätzungen sogar recht nahe an der Realität.
Es gibt auch weitere etwas überraschende Unterschiede. So gab jeder zweite der deutschen und jeder dritte der österreichischen Finanzdienstleister an, in den letzten zwei Jahren von E-Crime betroffen gewesen zu sein, in der Schweiz sagten dies nur 16 Prozent der Finanzdienstleister. KPMG glaubt offensichtlich nicht, dass dies der Ralität entspricht, sondern eher, dass die Schweizer schlicht nicht ganz offen sind. Oder wie es in der Studie ziemlich verklausuliert heisst: "Dieser überraschende länderspezifische Unterschied lässt möglicherweise auf besondere Vorsicht der Schweizer Finanzdienstleister bei der Bekenntnis zur Betroffenheit von E-Crime schließen." (hjm)
(Grafik: KPMG)

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