Schweizer wird Präsident des europäischen ICT-Gewerkschaftsverbands

15. Oktober 2021, 12:35
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Daniel Hügli steigt in der Syndicom zum ICT-Chef auf. Zugleich wird er mit der Leitung von UNI Europa ICTS betraut. Diese will eine europaweite Personalvertretung bei Google.

Die Vertreter der grössten ICT-Gewerkschaften Europas haben diese Woche virtuell getagt. Die Syndicom war aus der Schweiz mit am Tisch. Aus deren Reihen wurde nun auch der Präsident für den internationalen Zusammenschluss gewählt: Daniel Hügli, Zentralsekretär ICT bei Syndicom, wurde für 4 Jahre mit der Leitung von UNI Europa ICTS betraut.
Die UNI Europa ICTS repräsentiert im Sektor ICT und verwandte Services nach eigenen Angaben rund 3 Millionen Arbeitende. Sie ist Teil der UNI Europa mit Hauptsitz in Brüssel. Der gesamte Dachverband besteht aus 272 Gewerkschaften aus 50 Ländern.
Auch innerhalb der Schweizer Gewerkschaft steigt Hügli auf: Am 1. Dezember 2021 beerbt er Giorgio Pardini als Leiter der ICT-Branche und Geschäftsleitungsmitglied. Die Stabsübergabe muss allerdings Ende November noch vom Kongress abgesegnet werden.

Europäischer Betriebsrat für Google

Ziel der Konferenz von Uni Europa ICTS war nach eigenem Bekunden, die "neue Normalität" unter dem Eindruck der Pandemie zu bewältigen, insbesondere die Veränderung der Arbeitswelt durch die rasante Einführung neuer Technologien und Arbeitsplatzmodelle. Am Treffen wurde auch besprochen, wie diese neuen digitalen Möglichkeiten von den Arbeitnehmern für ihre Zwecke und Ziele genutzt werden können.
Die Partner haben Massnahmen beschlossen, um multinationale Arbeitgeber zu besseren Arbeitsbedingungen zu bewegen und den Einfluss der Gewerkschaften in den internationalen Organisationen zu stärken. In einer Mitteilung wird Googles Mutter Alphabet namentlich erwähnt.
Nach wiederholten Protesten und Gesprächen wurde beim Konzern in Zürich im Sommer 2020 eine Personalvertretung etabliert. Diese sei vor einigen Monaten wiedergewählt worden, sagt Hügli gegenüber inside-channels.ch. Nun soll das Beispiel des Standorts Zürich mit seinen über 4000 Mitarbeitenden Schule machen: Derzeit arbeite man an der Etablierung einer europaweiten Betriebsvertretung der Belegschaft, wie Hügli erklärt.
Angekündigt wurde dies bereits im März 2020. Es handelt sich dabei aber offenbar um einen langwierigen Prozesse, der noch nicht abgeschlossen ist. Die Schweiz und Grossbritannien, die grössten Standorte Googles in Europa, sind wegen des Brexit und der Nicht-Mitgliedschaft in der EU bislang nicht als Teil des Projekts vorgesehen.

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