Schwere Anschuldigungen gegen Kaspersky

14. August 2015, 15:35
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Nicht genannte, frühere Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstleisters Kaspersky beschuldigen gegenüber der in New York ansässigen Nachrichtenagentur Reuters ihren früheren Arbeitgeber des Betrugs.

Nicht genannte, frühere Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstleisters Kaspersky beschuldigen gegenüber der in New York ansässigen Nachrichtenagentur Reuters ihren früheren Arbeitgeber des Betrugs. Kaspersky habe auch mit aktiver Unterstützung des Firmenmitgründers Eugene Kaspersky über mehr als zehn Jahre hinweg versucht, seinen Konkurrenten mit "Fake-Malware" zu schaden, so die Agentur. Es seien bewusst Falschinformationen gestreut worden, um dafür zu sorgen, dass die Antivirus-Software anderer Hersteller unbedenkliche Dateien als Viren, Würmer und andere Schadsoftware erkennt.
Dieses als "False-Positives" bekannte Phänomen sei wissentlich provoziert worden, um das Ansehen von Firmen wie Microsoft, AVG Technologies, Avast Software und andere zu schädigen. Ausserdem habe Kaspersky Marktanteile gewinnen wollen. Die amerikanische 'Reuters' will von seinen Informanten erfahren haben, dass Kaspersky mit solchen künstlich erzeugten False-Positives andere Antivirus-Anbieter dazu gebracht worden seien, durch ihre Programme wichtige Dateien auf den Rechnern der Nutzer zu löschen. Die Russen hätten monatelang Konkurrenzprodukte analysiert, um Wege zu finden, der Konkurrenz "False Positives" unterzuschieben. Dabei sei beispielsweise auch "Fake-Malware" in die von den Antivirus-Anbietern gemeinsam genutzten Datenbanken eingeschleust worden.
Während Kaspersky die Anschuldigungen gegenüber 'Reuters' zurückweist und derartige geheime Kampagnen als unethisch, unehrlich und rechtlich höchst fraglich einstuft, will Reuters von Microsoft, AVG und Avast erfahren haben, dass tatsächlich Unbekannte immer wieder versucht hätten, "False-Positives" einzuschleusen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kaspersky im vergangenen Januar die Spionage-Software "Regin" als NSA-Werkzeug entlarvt gemacht, angegriffen worden zu sein. (vri)

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