"Schwieriges Umfeld" für Swisscom

5. November 2015, 12:51
  • channel
  • geschäftszahlen
image

Swisscom-Gewinn sinkt weiter. Der Chef ist trotzdem zufrieden.

Swisscom-Gewinn sinkt weiter. Der Chef ist trotzdem zufrieden.
Swisscom hat bisher in diesem Jahr, trotz ungefähr gleich gebliebenem Umsatz, weniger Gewinn erzielt, als im letzten Jahr. Im dritten Quartal war der Gewinneinbruch noch deutlicher, als in den ersten sechs Monaten. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 966 Millionen Franken. Der Reingewinn war mit 274 Millionen Franken noch rund halb so hoch wie im letzten Jahr. Der Umsatz sank um 1,3 Prozent auf 2,893 Milliarden Franken.
Ein grosser Teil des Gewinnrückgangs wurde allerdings durch Rückstellungen für eine Busse für weit zurückliegende Sünden. Swisscom hält die Sanktion weiterhin für nicht gerechtfertigt und will das Urteil vor Bundesgericht anfechten.
Für den Gewinnrückgang sind aber noch weitere Faktoren verantwortlich. "Preissenkungen beim Roaming, Währungseinflüsse und ein intensiverer Wettbewerb prägten unser Geschäft im dritten Quartal", erklärte dazu Swisscom-Chef Urs
Schaeppi. "In Anbetracht des schwierigen Umfelds bin ich mit dem Ergebnis zufrieden." Was Swisscom aber nicht davon abhält, eine weitere Reorganisation durchzuführen.
In den gesamten ersten neun Monaten 2015 stieg der Swisscom-Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,3 Prozent auf 8,651 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen sank um 8,1 Prozent auf 3,099 Milliarden Franken Franken. Unter dem Strich verdiente Swisscom noch 1,058 Milliarden Franken. Das sind 21,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Erwartungen verfehlt
Damit hat der "blaue Riese" die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur 'AWP' für die ersten neun Monate im Durchschnitt mit einem Umsatz von 8,657 Milliarden Franken, einem EBITDA von 3,17 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 1,136 Milliarden Franken gerechnet. An der Schweizer Börse sank die Aktie in den ersten Handelsminuten um ein halbes Prozent.
Swisscom führt eine Reihe von Sondereffekten an, die auf dem Ergebnis gelastet hätten. Ohne die Rückstellung für die Busse in Höhe von 186 Millionen Franken, die Sondereffekte von Firmenkäufen und -verkäufen, Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien, Aufwendungen für die Personalvorsorge sowie Währungseffekte wäre das EBITDA um 2,2 Prozent gestiegen.
Mehr Angestellte in der Schweiz
Zum tieferen Gewinn haben übrigens auch ein gestiegener Personalbestand und damit höhere Personalkosten beigetragen. Der Telekommunikationskonzern verbichte per Ende September in der Schweiz 18'936 Vollzeitstellen, knapp vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Ausland ist die Zahl der Vollzeitäquivalente gleichzeitig um knapp sieben Prozent auf 2667 gesunken. (hjm/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

Frédéric Weill übergibt OpenWT in neue Hände

Beim IT-Berater übernimmt Swisscom sämtliche Anteile. Anfang nächstes Jahr kommt mit Pierre Grydbeck ein neuer CEO.

publiziert am 3.10.2022
image

IT-Firma der Stadt Wetzikon ist privatisiert

Die Stadt hat ihr IT-Unternehmen an das bisherige Management verkauft. Dies soll dem RIZ mehr Flexibilität für die weitere Entwicklung geben.

publiziert am 3.10.2022
image

Microsoft erhöht in der Schweiz Zahl der Mitarbeitenden

100 zusätzliche Angestellte will Schweiz-Chefin Catrin Hinkel im nächsten Jahr einstellen. Gebraucht werden sie vor allem im Cloud-Bereich.

publiziert am 3.10.2022
image

Woonig übernimmt Zürcher Unternehmen Scantick

Mit der Akquisition will das in Bottighofen ansässige Unternehmen Woonig unter anderem sein Angebot im Bereich Immobilienverwaltung erweitern.

publiziert am 3.10.2022