SCM I: Superflop bei englischer Retailkette

17. November 2004, 18:53
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Die britische Supermarktkette Sainsbury's hat rund 655 Millionen Franken bei einem desaströsen Supply-Chain-Management-Projekt verlocht.

Wie "Silicon.Com" berichtet hat die englische Retailkette Sainsbury's bei der Präsentation eines neuen Businessplans vor Investoren seine Abschreiber im Zusammenhang mit einem total fehlgeschlagenen Supply-Chain-Management-Projekt auf rund 290 Millionen Pfund (etwa 655 Millionen Franken) beziffert.
Das neue System hatte genau bei seiner Kernaufgabe versagt, und immer wieder zu Verzögerungen bei der Belieferung der Supermärkte geführt. Sainsbury's muss nun, nachdem das Projekt in dieser Form abgeblasen wurde, 140 Millionen Pfund für überflüssige IT-Infrastruktur abschreiben. Dazu kommen 120 Millionen Pfund für Lagerautomatisierungen und 30 Millionen Pfund für Warenverluste.
Das fehlgeschlagene Projekt (und andere Fehler bei der Erneuerung der IT) hatte auch weitere negative Auswirkungen. Gemäss CEO Justin King wurde das Unternehmen von seinem Kernbusiness – sich um das Angebot für die Kunden zu kümmern – abgelenkt. Ausserdem würden die Kosten für die IT heute einen grösseren Umsatzanteil verschlingen als vor vier Jahren, ohne dass dabei eine Produktivitätssteigerung herausgeschaut hätte.
Nun sollen gewisse Teile des SCM-Systems wenigstens noch fertig gestellt und teilweise neu konzipiert werden. Wo das System überhaupt nicht funktioniert wird teilweise wieder Handarbeit eingeführt. Die Kosten, um die Situation ins Lot zu bringen, schätzt Sainsbury's auf weitere 200 Millionen Pfund über die nächsten zwei Jahre. (Hans Jörg Maron)

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