Security durch "Gedankenlesen"

4. Mai 2006, 05:43
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Weder Witz noch Esoterik: Gehirnwellen werden vielleicht einmal als biometrisches Sicherheitsmerkmal nutzbar sein.

Weder Witz noch Esoterik: Gehirnwellen werden vielleicht einmal als biometrisches Erkennungsmerkmal nutzbar sein.
Während biometrische Sicherheitsmaßnahmen wie Fingerabdruck, Iris-Scan oder Stimmenerkennung im Alltag immer öfter zur Verifikation von Personen eingesetzt werden, klingt ein neuer Ansatz kanadischer Forscher derzeit noch wie reinste Science-Fiction.
Wissenschaftler der Carleton University sind davon überzeugt, dass Gehirnwellenströme in Zukunft als individuelle biometrische Sicherheitsmerkmale verwendet werden können. Entstanden ist die Idee während der Entwicklung eines neuen "Brain-Computer-Interfaces" (BCI), das unter anderem dazu eingesetzt wird, um gelähmten Menschen die Benutzung von Computern, externen Maschinen oder auch Prothesen zu ermöglichen.
Die Idee ist weniger abwegig, als man im ersten Moment annehmen könnte. Unsere Gehirne produzieren messbare elektrische Aktivitäten, die sich verändern, wenn man an verschiedene Dinge denkt.
Die grosse Frage ist allerdings, ob es je gelingen wird, ein System zu entwickeln, dass die Gehirnwellen gut genug messen und die darin enthaltenen Muster zuverlässig erkennen kann, wenn eine bestimmte Person an ein bestimmtes "Passwort" denkt. Diese Muster sind nämlich nicht nur von Person zu Person unterschiedlich sondern verändern sich auch bei der gleichen Person im Laufe der Zeit.
Es gibt Wissenschaftler die darum glauben, dass die Idee der kanandischen Wissenschafftler Utopie bleiben wird. Und sogar die daran arbeitenden Forscher selbst rechnen damit, dass es noch bis zu 20 Jahre und länger dauern könnte, bis das "Gedanken-Passwort" in die Realität umgesetzt werden kann.
Falls es allerdings einmal Realität wird, hätte das System grosse Vorteile.
Wirklich "unstehlbare" Passwörter
"Es ist beinahe unmöglich, ein 'gedachtes Passwort' zu stehlen und zu missbrauchen, da es eine Kombination aus Wissen und physisch messbaren individuellen Gehirnwellenmustern ist", erklärt Projektmitentwicklerin Julie Thorpe von der Carlton-Universität. "Selbst wenn ein Angreifer weiss, dass mein gedachter Begriff ein brauner Hund ist, wäre er dennoch nicht in der Lage, die bei dem Gedanken erzeugten Gehirnwellen zu reproduzieren. Diese sind nämlich von Person zu Person verschieden", so Thorpe weiter. Der Umstand, dass das gedachte Passwort und somit die damit verbundenen Gehirnströme verändert werden können, ist dabei Vorteil und Nachteil zugleich.
Andere biometrische Methoden wie der Fingerabdruck haben sich längst als nicht so sicher wie ursprünglich erhofft erwiesen, da sie sich mit gewissem Aufwand reproduzieren lassen, gleichzeitig aber vom Betroffenen selbst nicht mehr verändert werden können.
Diese Gefahr entfällt beim biometrischen Gedankenmerkmal, da im Fall einer entwendeten Signatur einfach der Passwort-Gedanke verändert werden muss. (pte/hjm)

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