Security-Konzern AVG schluckt Norman

6. November 2014, 16:27
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Scharf auf den Channel und das KMU-Business. Tschachtli bleibt.

Scharf auf den Channel und das KMU-Business. Tschachtli bleibt.
Der holländisch-amerikanisch-tschechische Security-Konzern AVG hat zu einem nicht genannten Preis den norwegischen Hersteller Norman übernommen. AVG beschäftigt nach eigenen Angaben über tausend Mitarbeitende, die Zentrale ist in Amsterdam. Das Management von AVG setzt sich mehrheitlich aus Nordamerikanern zusammen, entwickelt wird unter anderem im tschechischen Brno, wo die Firma unter dem Namen Grisoft entstanden ist.
Norman beschäftigt aktuell 86 Mitarbeitende, 11 davon in der Schweiz. Die Firma befand sich im Besitz einer Investorengruppe.
AVG und Norman scheinen sich gut zu ergänzen. Die holländisch-amerikanisch-tschechische Firma war bisher in Zentraleuropa und Skandinavien wenig aktiv. So listet AVG in der Schweiz nur vier Reseller auf und war bisher im DACH-Raum und in Benelux nicht mit eigenen Niederlassungen für Vertrieb und Support aktiv. In Holland befindet sich nur die administrative Firmenzentrale.
Im Gegensatz dazu ist Norman im DACH-Raum und Benelux präsent und hat einen starken Wiederverkaufskanal. François Tschachtli, der bisher für Norman in DACH und Benelux verantwortlich war, wird dies künftig für AVG sein, wie er auf Anfrage sagte. "Wir wollen nun unser Channel-Know-how bei AVG einbringen", so Tschachtli.
AVG sei zudem an den KMU-Produkten von Norman interessiert, sagt Tschachtli. So will man das Entwicklungsteam von Norman in Oslo behalten, wie Norman-Sprecherin Isabella Alveberg zu inside-channels.ch sagte. Man ist sich beim Security-Hersteller offenbar gewohnt, in verteilten Teams zusammenzuarbeiten.
Der Kauf von Norman ist die elfte Übernahme seit 2006. Die ursprünglich tschechische AVG ging 2012 an die US-Technologie-Börse Nasdaq. AVG setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahr 274 Millionen Dollar um und verdiente damit netto 50 Millionen Dollar. (hc)

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