Selbstmord eines chinesischen Ingenieurs löst Kontroverse um Apple aus

28. Juli 2009, 14:04
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Der Selbstmord eines chinesischen Ingenieurs des iPhone-Herstellers Foxconn, rückte Apple wieder ins Schussfeld der Kritik.

Der Selbstmord eines chinesischen Ingenieurs des iPhone-Herstellers Foxconn, rückte Apple wieder ins Schussfeld der Kritik.
Am frühen Morgen des 16. Juli sprang der 25-jährige Angestellte Sun Danyon aus dem 12. Stock eines Wohnhauses in Shenzen in den Tod. Sun war beim riesigen Foxconn-Konzern beschäftigt, der neben vielen anderem auch Apples beliebte iPhone-Mobiltelefone herstellt. Genau dies wurde dem jungen Mann zum Verhängnis.
Er war ins Visier der internen Sicherheitsabteilung von Foxconn geraten, weil einer von 16 Prototypen der nächsten iPhone-Generation unter seiner Obhut verschwunden war und er dies angeblich erst spät gemeldet hatte. Die Foxconn-Security beschuldigte den Mann, den Prototypen entwendet zu haben. Bei der Beschuldigung ist es offenbar aber nicht geblieben. Ein Bruder des Opfers sagte gegenüber einem Reporter der 'New York Times', Sun sei von Mitarbeitern des internen Sicherheitsdienstes eingeschlossen, geschlagen und gedemütigt geworden.
Foxconn hat den Selbstmord seines Ingenieurs in einem offiziellen Statement sehr bedauert und den verantwortlichen Leiter der Sicherheitsabteilung suspendiert. Dieser wies aber alle Beschuldigungen, Sun geschlagen zu haben, weit von sich. Auch Apple liess in einem Statement gegenüber der US-Presse verlauten, man sei traurig über Suns Tod. Apple verlange von allen Lieferanten, dass Angestellte mit Würde und Respekt behandelt würden.
Harsche Kritik an Apple und Foxconn übt 'China Labor Watch', eine in den USA stationierte NGO. In einem Statement vom 23. Juli heisst es, der Organisation lägen Berichte von anderen Foxconn-Angestellten vor, gemäss denen verbale und physische Gewalt gegen Arbeiter angewendet würde. Zudem berichtet die Organisation von systematisch angeordneten, nicht bezahlten Überstunden und miesen Bedinungen in den fabrikeigenen Schlafsälen.
Harsch auch das Vorgehen gegenüber einem Reporter der 'New York Times'. Als dieser mit dem Vater des Verstorbenen sprach, tauchte ein Sicherheitsmann begleitet von zwei Männern in Foxconn-T-Shirts auf. Der Sicherheitsmann drohte dem Übersetzer des Reporters, er würde ihn zusammenschlagen, wenn er weiter die Familie des Toten befragen würde. Foxconn sagte gegenüber der US-Zeitung, der Bedroher sei keiner seiner Angestellten aber vielleicht ein Polizist gewesen.
Die Hinterbliebenen von Sun Danyon erhielten angeblich von Foxconn eine Entschädigung von 300'000 Renminbi (ungefähr 47'000 Franken), seine Freundin bekam einen Laptop.
Die ganze, interessante Story der 'New York Times gibt es hier (Christoph Hugenschmidt)

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