Servermarkt schwächelt, aber Sun kann zulegen

24. Mai 2006, 14:45
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Trendwende für Sun?

Trendwende für Sun?
Wie jedes Quartal haben die beiden bekannten Marktforschungsunternehmen IDC und Gartner sozusagen gleichzeitig ihre Schätzungen zum globalen Servermarkt veröffentlicht. Beide stimmen darin überein, dass der Umsatz mit Servern im ersten Quartal dieses Jahres verglichen mit dem ersten Quartal im Vorjahr stagnierte bzw. sogar leicht abnahm. Damit wurde eine längere Wachstumsphase unterbrochen.
IDC gibt für den globalen Servermarkt im Q1 06 ein Gesamtvolumen von 11,9 Milliarden Dollar an, Gartner nennt eine Zahl von 12,35 Milliarden Dollar. Grösser ist die Diskrepanz bei Angaben zum Wachstum der gelieferten Einheiten (woraus man umgekehrt auf den Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise schliessen kann): Gemäss Gartner wurden 13,7 Prozent mehr Server verkauft, gemäss IDC 9,5 Prozent mehr.
Immer mehr Billig-Server
Der Zerfall der durchschnittlichen Verkaufspreise zeigt sich auch bei den Trends in den verschiedenen Serversegmenten. Gemäss IDC stieg der Umsatz im Bereich "Volume Server" (Verkaufspreis bis 25'000 Dollar) um 6,3 Prozent im 12-Monatsvergleich. Im Midrange-Bereich (bis 500'000 Dollar) gab es dafür einen Einbruch um 16,2 Prozent, während der Umsatz im High-end-Bereich um 3,2 Prozent schrumpfte.
Sun gegen den Strom
Einig sind sich die beiden aber wieder darin, wer von den grossen Herstellern seine Umsätze am deutlichsten steigern und damit Marktanteile erobern konnte. Interessanterweise ist dies Sun. Der Spezialist für Unix, bzw. Solaris und Linux-Server, konnte damit einen lange andauernden Negativtrend unterbrechen.
Dies ist umso erstaunlicher, als der Unix-Bereich insgesamt deutlich schrumpfte: Gemäss IDC wurden 8,1 Prozent weniger Unix-Server verkauft, als im Vergleichsquartal im Vorjahr, und der Umsatz sank um 7,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Das Windows-Segment legte dafür zu: Es wuchs gemäss IDC um 5,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar.
An der Spitze der Marktanteilsliste lagen HP und IBM offensichtlich sehr nahe beieinander. Gemäss IDC hat HP den langjährigen Umsatzmarktführer IBM sogar ganz knapp geschlagen, gemäss Gartner ist immer noch IBM leicht vorne.
Hier die Rangliste der Top-5 Hersteller gemäss IDC.

  1. HP, Umsatz 3,33 Milliarden Dollar, Marktanteil 28,1 Prozent, Umsatzwachstum -0,3 Prozent.


  1. IBM, Umsatz 3,30 Milliarden Dollar, Marktanteil 27,9 Prozent, Umsatzwachstum -3,6 Prozent.


  1. Dell, Umsatz 1,32 Milliarden Dollar, Marktanteil 11,1 Prozent, Umsatzwachstum 3,6 Prozent.


  1. Sun, Umsatz 1,27 Milliarden Dollar, Marktanteil 10,8 Prozent, Umsatzwachstum 5,8 Prozent.


  1. Fujitsu/Fujitsu Siemens, Umsatz 0,82 Milliarden Dollar, Marktanteil 6,9 Prozent, Umsatzwachstum -16,8 Prozent.

(Hans Jörg Maron)

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