Service-Fokus soll Nokia Siemens aus der Krise helfen

1. Oktober 2009, 12:45
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Nokia Siemens Networks hat keine strategische Bedeutung mehr für Siemens. Auch Nokia hält sich sämtliche Optionen offen. Ausrichtung auf Service-Geschäft soll NSN retten.

Nokia Siemens Networks hat keine strategische Bedeutung mehr für Siemens. Auch Nokia hält sich sämtliche Optionen offen. Ausrichtung auf Service-Geschäft soll NSN retten.
Das 2007 aus der Fusion der Netzwerksparten von Siemens und Nokia hervorgegangene Joint-Venture Nokia Siemens Networks (NSN) sucht Auswege aus der Krise. Das Unternehmen verliert auf dem Weltmarkt immer mehr Marktanteile, erleidet massive Verluste und provoziert damit Unzufriedenheit bei seinen Eigentümern. So kritisiert etwa Joe Kaeser, Finanzvorstand von Siemens: "Das Geschäft mit Telefonnetzen ist nicht dort, wo es stehen sollte." Man rechne damit, dass Siemens seinen Anteil im laufenden Quartal abwerte. Zudem ist das Joint-Venture aus Sicht von Siemens nur mehr eine reine Finanzbeteiligung. Es habe keine strategische Bedeutung mehr, so Kaeser weiter.
Auch von finnischer Seite ist man unzufrieden, wie Bankenanalyst Håkan Wranne gegenüber dem 'Handelsblatt' erklärte: "Ich bin überzeugt, dass sich Nokia mittlerweile sämtliche Optionen für NSN offen hält". Dazu zählt nach seinen Aussagen auch ein Ausstieg oder eine Gesamtübernahme mit einem späteren Verkauf des Unternehmens.
Bei NSN hat man die Zeichen der Zeit wohl erkannt. So musste der bisherige Chef, Simon Beresford-Wylie, seinen Posten bereits räumen. Sein Nachfolger Rajeev Suri, bisher Chef der Service-Sparte, hat sein Amt heute angetreten. Suri will das Unternehmen mit einem Ausbau der Service-Sparte wieder auf Kurs bringen. So hat NSN zuletzt das Netzwerkmanagement von Orange in Spanien übernommen und rechnet damit, weitere solche Aufträge zu erhalten. Immer mehr Mobilfunkanbieter würden den Betrieb ihrer Netzwerke an die Ausrüster abgeben und so Kosten sparen. Durch das Outsourcing in Spanien spare Orange rund 30 Prozent an Kosten ein, sagt Orange-Technikchef Eduardo Duato. (bt)

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