ShoreTel: Eine Alternative im UC-Markt

28. Oktober 2009, 17:03
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Distributor Phonet bringt den Unified-Communications-Riesen ShoreTel in die Schweiz.

Distributor Phonet bringt Unified-Communications-Riesen ShoreTel in die Schweiz.
Kennen Sie ShoreTel? Wir auch nicht! Zumindest bis gestern hatten wir von inside-channels.ch, die wir doch alle Player gross und klein zu kennen glauben, von einer Firma namens ShoreTel noch nie gehört. Dabei ist ShoreTel ein "Grosser" im US-Geschäft für Unified Communications, also IP-basierenden Telefonanlagen, die sich in die IT integrieren lassen.
ShoreTel wurde 1996 gegründet, hat über 11'000 Mitarbeitende, macht einen Umsatz von ungefähr 135 Millionen Umsatz, der seit 2004 jährlich immer um über 40 % gewachsen ist. ShoreTels Marketingchef für Europa, Tom Perry, präsentierte uns anlässlich eines Redaktionsbesuchs einige Zahlen: ShoreTel ist gemäss Synergy Research die Nummer 6 im Weltmarkt, was die Anzahl der verkauften UC-Desktop-Clients (Telefoniesoftware für PC-Clients) angeht. Nummer 1 nach dieser Zählung ist Cisco, gefolgt von Avaya, Alcatel-Lucent, Siemens und Aastra. Im KMU-Markt ist ShoreTel - ohne bisher Stricke im EMEA-Raum zerrissen zu haben - gemäss Synergy sogar die Nummer 1.
Die Firma sitzt auf einem Cash-Berg von gut 100 Millionen Dollar, da sie in den letzten Jahren immer profitabel wirtschaftete. Dieses Geld wolle man nun in die Expansion nach Europa investieren, erzählte Perry.
Switch-basierende Telefonie-Infrastruktur
Interessant an ShoreTel dünkt uns die Architektur der Lösung, die denkbar einfach ist. Telekommunikationsinfrastrukturen von ShoreTel bestehen aus Switches (der kleinste hat 30 IP- und 2 analog-Ports), Telefongeräten (über deren Schönheit man wie immer bei US-Produkten streiten kann), einem Server für die Einstellungen (ShoreWare Director) sowie Client- und Server-Software, beispielsweise für einfache Call-Centers. Ebenfalls möglich ist die Kommunikation über Chat und Videotelefonie und es gibt Clients für Mobiltelefone wie Blackberrys (noch nicht aber für das iPhone).
Raffiniert an der Sache ist, dass die Telefonverzeichnisse auf jedem der Switches synchronisiert gespeichert sind, was das System wesentlich ausfallsicherer macht. So kann eine Firma weiterhin telefonieren, wenn der ShoreTel-Telefonie-Server ausgefallen ist.
Die Telefonlösung hat gemäss Perry vorgefertigte Schnittstellen zu Microsoft Exchange und IBM Lotus, aber auch zu gewissen ERP-Systemen, so Microsoft Dynamics.
Distributor Phonet, erste Reseller gefunden
Bei ShoreTel ist man sich sehr bewusst, dass der Aufbau einer Präsenz in der Schweiz (und in Europa) nicht ohne Wiederverkaufskanal geht. ShoreTel hat in München ein Verkaufsbüro und ist in der Schweiz über den Distributor Phonet, der zu Roland Bracks Competec-Gruppe gehört, vertreten.
Bei Phonet nimmt man den Aufbau des Geschäfts mit ShoreTel sehr ernst und man ist bereit, dafür viel zu investieren. "Wir haben uns auf dem Markt umgeschaut, da wir als eher klassischer Telefonie-Distributor eine rein IP-basierte Lösung wollten. Telefonie wandert eben immer mehr in den Verantwortungsbereich der IT-Abteilung," so Phonet-Chef Urs Würsch zu inside-channels.ch. Würsch: "ShoreTel hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. Vor allem die Architektur und die einfach Integration mit Microsoft- und IBM-Lösungen hat mir imponiert. Ausserdem ist ShoreTel im US-Markt etabliert."
Auch mit dem User-Interface und den Funktionalitäten von ShoreTel ist Würsch zufrieden. "Das Interface ist einfach zu bedienen. Damit hat man beim Kunden sofort die Verantwortlichen aber auch die Anwender auf seiner Seite," erzählt Würsch. "Sensationell gut" sei ShoreTel für typisch schweizerische KMU, die viele kleinere Niederlassungen haben, geeignet. Ausserdem senke die einfache Bedienbarkeit - zum Beispiel das Aufschalten eines neuen Mitarbeiters - die Betriebskosten, was heute im KMU-Markt ein wichtiges Argument ist.
Bereits hat Phonet gemäss Würsch drei Reseller und Systemintegratoren für ShoreTel in der Schweiz gefunden, darunter etwa die recht bekannte DeltaNet in Dietikon, und eine erste Testinstallation bei einem Kunden sei in Arbeit, sagt Würsch.
Support vom Distributor
Phonet scheint es mit ShoreTel ernst zu meinen. Zur Zeit stecken einige Mitarbeitende in der technischen Ausbildung für ShoreTel. Dies wird auch nötig sein, denn ShoreTel hat den Support in Texas konzentriert und Phonet wird den Support für Reseller selbst erbringen. Doch auch in München habe es technisch sehr kompetente Leute, so Würsch, die Phonet bei Bedarf unterstützen können.
Wer weiss? Vielleicht kommen Phonet und ShoreTel zeitlich gerade richtig, um sich vom boomenden Markt für IP-basierende, integrierte Telefonielösungen ein Stück abzuschneiden. (Christoph Hugenschmidt)

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