SI holt die Professoren

7. Mai 2010, 09:27
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Nach der gescheiterten Fusion mit ICT Switzerland und SwissICT konzentriert sich die Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) auf die Vernetzung von Hochschullehrern, Studenten und Fachspezialisten.

Nach der gescheiterten Fusion mit ICT Switzerland und SwissICT konzentriert sich die Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) auf die Vernetzung von Hochschullehrern, Studenten und Fachspezialisten.
Nachdem die letztes Jahr geplante grosse Verbandsfusion von SwissICT und Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) mit dem IT-Dachverband ICTswitzerland platzte, mussten die beteiligten Verbände für neue Profile sorgen, um sich gegeneinander abzugrenzen und ihre weitere Existenz zu rechtfertigen. Während SwissICT weiter die Rolle des umfassenden Brachenverbands wahrnehmen will, bestätigten die Mitglieder der SI an ihrer Generalversammlung vorgestern in Bern nun auch den neuen Kurs der Informatikgesellschaft: Die SI soll unter ihrem neuen Präsidenten Prof. Dr. Bernhard M. Hämmerli, der seit dem letztem November im Amt ist, zum wichtigsten Schweizer Player für die Verbindung von Hochschullehrern, Studenten und Fachspezialisten aus den Unternehmen in der hiesigen Informatik-Landschaft werden.
Professor Hämmerli erklärte dazu: "Wir haben heute die Basis dafür geschaffen, dass unsere Mitglieder in einen intensiven Austausch zwischen Hochschullehrern, Fachexperten und Studenten treten können. Die Grenze zwischen neusten technologischen Forschungen und der Nähe zur Praxis ist mit den neuen Strukturen des SI fliessender geworden. Die SI übernimmt hier die Rolle desjenigen Schweizer Verbandes, der auf den tertiären Bereich, Ausbildung und Forschung in der Informatik, fokussiert und unterstützt damit bedingungslos alle Bemühungen, die zu mehr Informatikstudierenden führen, um dem beinahe schon geschäftsverhindernden Informatikermangel in der Schweiz entgegenzuwirken.“
Grob, Hormann und Bernstein neu im Vorstand
Unterstützt werden soll die Neuausrichtung unter anderem durch die Wahl von drei neuen Vorstandsmitgliedern. Markus Grob, Präsident der Alumni der ETH Zürich und Senior Manager bei Accenture, will künftig alle Informatik-Absolventen der Schweizer Universitäten und Fachhochschulen wesentlich intensiver als bisher in die Verbandsarbeit integrieren. Professor Dr. Kai Hormann, Vize Dekan der Informatik in der Universität Lugano, soll für die volle Einbindung der italienischen Schweiz sorgen und Prof. Dr. Abraham Bernstein von der Uni Zürich soll als SI-Delegierter für Forschung und Ausbildung die gemeinsamen Interessen der Professorenschaft der ETHs, Universitäten und Fachhochschulen im Rahmen der SI vertreten.
Ein wichtige Tätigkeit der SI wird der interationale Austausch bleiben. Der Verband vertritt beispielsweise die Schweiz im Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS), ist verbunden mit der US-amerikanischen Association for Computing Machinery (ACM) und beteiligt sich am Strategiekreis Informatik i-12, einem Arbeitskreis von Fachgesellschaften der Informatik und ihrer Anwendung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Leitthema Informatikerausbildung
Während die grossen ICT-Verbände wieder vertärkt nach einem eigenen Profil streben, zeigt sich gleichzeitig, dass sie gegenwärtig in lobenswerter Geschlossenheit bei einem gemeinsamen Thema an einem Strick ziehen: Der Förderung der IT-Berufsbildung und des Nachwuchses. Die SI will mit allen Akteuren in der Schweiz, die die IT-Ausbildung fördern wollen, eng zusammenarbeiten und, wie auch SwissICT intensiv unterstützen.
Neue Fachgruppen
Die wichtigste Arbeit der SI findet in den einzelnen Fachgruppen statt, und in den letzten Monaten sind einige neu hinzugekommen. Professor Dr. Kai Hormann leitet beipielsweise die neue Fachgruppe „Computer Graphics“. Der Jurist Beat Lehmann hat eine Gruppe zum Thema "IT-Compliance", die sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für die ICT befasst, initiiert. Der frühere SI-Präsident André Golliez hat die Fachgruppe "Digital Heritage" gegründet, die sich den Problemen und dem Umgang mit den explosionsartig wachsenden globalen Datenmenge widmen wird. Neu sind zudem die von Jörg Ruegg initiierte Fachgruppe "Freelancers“ und eine Fachgruppe für das technische "Networking". (Hans Jörg Maron)

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