Sicherer Schweizer Maildienst für alle - ausser Snowden

20. Mai 2014, 05:30
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Protonmail bietet gratis einen verschlüsselten Maildienst an.

Andy Yen, Wei Sun, zwei CERN-Wissenschaftler, und der Entwickler Jason Stockman, bieten mit Protonmail, ihrem Startup sichere und benutzerfreundliche Mail-Dienste an. Das Produkt ist noch in der Betaphase.
Protonmail lagert alle Daten in der Schweiz und steht unter Schweizer Recht. Damit will das Unternehmen Probleme, wie sie Lavabit hatte, umgehen. Unter anderem wirbt das Startup auch mit E-mails, die nach gewisser Zeit verschwinden, einer End-to-End Verschlüsselung und behauptet, selbst keinerlei Zugriff auf Nutzerdaten zu haben.
In einer Bedrohungsanalyse steht allerdings, Protonmail sei keine eierlegende Wollmilchsau: "Es gibt immer einen Kompromiss zwischen Bedienbarkeit und Sicherheit." Man habe bewusst gewisse Sicherheitsaspekte weggelassen, um eine einfachere Bedienung zu ermöglichen. "Selbst das sicherste System nützt nichts, wenn es niemand benutzen kann", rechtfertigt sich das Unternehmen im Blog.
Der Schweizer Computer-Sicherheitsexperte Marc Ruef äussert sich gegenüber 'Watson' skeptisch: "Die verschlüsselte Kommunikation mit anderen Anbietern basiert auf einem symmetrischen System. Dies führt die klassischen Schwächen mit, wie zum Beispiel, dass eine Kompromittierung des Schlüssels – in diesem Fall das geheime Passwort – sofort die gesamte Kommunikation kompromittiert." Weiter meint Ruef "Selbstzerstörende E-mails" funktionieren nicht und "Wenn man auf Tracking und Logging verzichtet, öffnen sich die Betreiber damit genau der Möglichkeit sogenannter Side-Channel-Attacken."
Das Angebot richte sich an Privatpersonen, die um ihre Privatsphäre besorgt sind, oder zum Beispiel an Juristen und Ärzte die mit ihren Klienten sicher E-mails austauchen wollen, erklärt das Startup.
Für Edward Snowden sei der Dienst allerdings nicht zu empfehlen, so Protonmail. Vorsorglich, und mit Augenzwinkern, habe man die Adresse snowden@protonmail.ch schon geblockt. (csi)

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