Siemens: Dunkle Flecken fast überall

29. April 2008, 16:16
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Anwaltskanzlei liefert Untersuchungsbericht an den Siemens-VR, der wiederum "Ansprüche gegenüber ehemalige Vorstandsmitglieder" prüft.

Anwaltskanzlei liefert Untersuchungsbericht an den Siemens-VR, der wiederum "Ansprüche gegenüber ehemalige Vorstandsmitglieder" prüft.
Die internationale Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton hat dem Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) des Siemens-Konzerns einen Bericht zu den Untersuchungen bezüglich Korruptionsvorwürfen abgeliefert. Der Bericht scheint ziemlich ernüchternd ausgefallen zu sein. Die Anwälte sind offenbar nicht nur in der Telekommunikationssparte des Konzerns auf Korruption gestossen, wie aus einer Mitteilung von Siemens von heute hervorgeht. "Die Kanzlei hat in nahezu allen untersuchten Geschäftsbereichen und in zahlreichen Ländern Belege für Fehlverhalten im Hinblick auf in- und ausländische Anti-Korruptionsvorschriften gefunden", heisst es in der Mitteilung.
Die Kanzlei ist gemäss Mitteilung im Rahmen des Konzern-internen Amnestieprogramms auf "eine Vielzahl neuer Informationen über gegenwärtige und ehemalige Mitglieder des Vorstands" (Geschäftsleitung) gestossen. Es habe "unterschiedliche Arten und Grade" des Verhaltens der einzelnen früheren Siemens-Bosse gegeben. "Zwischen korrektem Verhalten, dem Abschieben von Verantwortung, Nicht-Reaktion oder nicht ausreichendem oder schnellem Reagieren bis zu möglicher Mitwirkung an Compliance-widrigen Aktivitäten gebe es ein weites Spektrum und mannigfache Schattierungen", teilt Siemens heute mit.
Nun prüft der Verwaltungsrat offenbar, ob man die ehemaligen GL-Mitglieder zur Verantwortung ziehen kann. Der Compliance-Ausschuss des Verwaltungsrat wurde offenbar beauftragt, Ansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder zu prüfen, während der heute Vorstand "gebeten" wurde, Schadenersatzansprüche gegen (ehemalige) Mitarbeiter abzuklären. (Christoph Hugenschmidt)

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