Siemens: Ende der Unabhängigkeit für SBS, BIC und Co.

12. Oktober 2006 um 09:50
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Siemens Business Services, das Schweizer Business Innovation Center und andere IT-Bereiche werden zu "Siemens IT Solutions and Services" (SIS) zusammengestampft.

Siemens Business Services, das Schweizer Business Innovation Center und andere IT-Bereiche werden zu "Siemens IT Solutions and Services" (SIS) zusammengestampft.
Wie Siemens heute in einer Ad-hoc-Meldung mitteilte, soll seine kriselnde IT-Tochter Siemens Business Services durch eine grosse Reorganisation strategisch neu ausgerichtet werden. Im Rahmen dieser Aktion wird die IT-Service-Tochter Siemens Business Services (SBS) mit anderen Siemens-Geschäftseinheiten, die im Bereich von IT-Lösungen, IT-Services und Software aktiv sind, zusammengelegt und in den Konzern eingegliedert.
Das neue Gebilde, das per Anfang Januar offiziell aktiv wird, wird "Siemens IT Solutions and Services" (SIS) heissen und organisatorisch einen neuen Bereich innerhalb des Siemens-Konzerns bilden. Geleitet wird es wie bisher SBS von Dr. Christoph Kollatz. Die Hauptquartiere werden sich in München und Wien befinden. Insgesamt soll der Bereich SIS rund 43'000 Mitarbeitende haben und einen Umsatz von etwa 5 Milliarden Euro aufweisen.
Einerseits soll dadurch die Erfüllung der Siemens-eigenen IT-Bedürfnisse effizienter werden. Es bedeutet aber nicht, dass man nun aus dem Drittkundengeschäft aussteigen will. Dieses Business soll weiterentwickelt werden, unter anderem, in dem man nun den Kunden "verstärkt ganzheitliche, komplexe Lösungen aus einer Hand" anbieten könne.
In der Schweiz beschäftigt SBS momentan rund 130 Mitarbeitende. Personalmässig deutlich gewichtiger ist aber das "Business Innovation Center" (BIC), der Entwicklungsbereich von Siemens Schweiz. Dieser beschäftigt rund 350 Angestellte, wie uns Siemens-Sprecher Claudio Mascolo erklärte, und wird in Zukunft ebenfalls zu SIS gehören.
Der Gürtel und sein Schnallen
Weitere Geschäftseinheiten, die international in SIS eingegliedert werde, sind "Program and System Engineering" (PSE), mit Hauptquartier in Wien und rund 7000 Leuten, die rund 4000 Angestellten von Siemens Information Systems Ltd. (SISL) in Indien, das Softwarezentrum "Development Innovation and Projects" (DIP) in Griechenland mit etwa 50 Angestellten sowie wie erwähnt das Schweizer BIC. SBS selbst beschäftigt momentan weltweit rund 33'000 Mitarbeitende – nach Adam Riese wird SIS also rund 1400 Leute weniger beschäftigen, als die zusammengelegten Geschäftseinheiten bisher.
Siemens erhebt denn auch gleich den Warnfinger gegenüber den Angestellten, vor allem in Deutschland. Das laufende Turnaround-Programm werde "konsequent weitergeführt", um die Kosten bis im nächsten Frühling um 1,5 Milliarden Euro zu reduzieren. Momentan verhandle man mit den Belegschaftsvertretern und der IG Metall darüber, den für die Regionalorganisation Deutschland bestehenden Ergänzungstarifvertrag auch auf die bisherige SBS anzuwenden. Der erfolgreiche Abschluss dieser Verhandlungen sei eine "entscheidende Voraussetzung für die endgültige Aufstellung der Siemens IT Solutions and Services in Deutschland". (Hans Jörg Maron)

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