Siemens: "Feuerwehrleute mit dem Zahnputzbecher"

28. Juli 2008, 15:21
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Erstes Urteil in den Siemens-Korruptionsprozessen.

Erstes Urteil in den Siemens-Korruptionsprozessen.
Der ehemalige Siemens-Direktor Reinhard Siekaczek wurde heute vom Landgericht München zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 108'000 Euro verurteilt. Siekaczek hat etwa 50 Millionen Euro über fingierte Beraterverträge in schwarze Kassen des Elektro- und Kommunikationskonzerns umgeleitet. Das Geld wurde dann für Bestechungen verwendet. Die Strafe gegen den Ex-Direktor fiel relativ milde aus, weil er mit insgesamt 39 Ordnern voller Beweismaterial und einem umfangreichen Geständnis die Ermittlungen unterstützt hat.
Das Gericht scheint ziemlich beeindruckt von der "Geschäftsmässigkeit", mit der potentielle Kunden des Konzerns geschmiert wurden. So sagte Richter Peter Noll gemäss 'Spiegel Online', der Chef der internen Korruptionsbekämpfer bei Siemens habe so effektiv arbeiten können, "wie eine Feuerwehr, die fürs Löschen mit einem Zahnputzbecher ausgestattet wird". (hc)

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