Siemens IT Schweiz gegen den Strom

11. November 2010, 16:12
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In der Schweiz kennt Siemens IT Solutions and Services keine Krise: Auftragseingang und Belegschaft wachsen unbeirrt.

In der Schweiz kennt Siemens IT Solutions and Services keine Krise: Auftragseingang und Belegschaft wachsen unbeirrt.
Siemens Schweiz hat heute einige Jahreszahlen des Geschäftsjahres 2010 (1.10.2009 bis 30.9.2010) veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass der IT-Dienstleistungsarm SIS (Siemens IT Solutions and Services) weitaus stärker wächst als das Mutterunternehmen. Wie es bei Siemens auf Anfrage heisst, stieg der Auftragseingang von SIS Schweiz im vergangenen Geschäftsjahr auf 222,3 Millionen Franken, was im Vergleich zum Vorjahr (197,5 Millionen) einem Wachstum von fast 13 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Der Auftragseingang von Siemens Schweiz betrug 1,443 Milliarden Franken und wuchs damit lediglich um 3 Prozent.
Grosse Aufträge
Genau genommen müsste man den Auftragseingang von SIS in die Periode vor und die Periode nach der Abspaltung aufteilen. SIS ist nämlich seit dem 1. Juli 2010 ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Zürich. Die 100-prozentige Siemens-Tochter wird weiterhin von Reto Gutmann geleitet. Während der Auftragseingang von SIS Schweiz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 186,3 Millionen Franken betrug, lag er von Juli bis September bei lediglich 36 Millionen Franken. Der vergleichsweise kleine Auftragseingang im vierten Quartal ist gemäss SIS damit zu erklären, dass Anfang Jahr zwei grosse Aufträge abgeschlossen werden konnten, während im besagten Q4 wiederum zwei grosse Aufträge an Land gezogen wurden - diese aber erst bei Vertragsunterzeichnung, wahrscheinlich im Q1, verbucht werden.
SIS Schweiz scheint damit weiterhin um einiges erfolgreicher zu sein als die meisten anderen SIS-Niederlassungen, die zum Teil hohe Verluste schreiben. Die Belegschaft von SIS Schweiz wuchs denn auch von zirka 400 auf mittlerweile 440 Personen – andere SIS-Niederlassungen mussten in der gleichen Periode Stellen streichen.
Oecking wird weltweiter Chef
Der Münchner Konzern gab heute zudem bekannt, dass Christian Oecking zum Vorsitzenden der Geschäftsführung von SIS ernannt wurde. Oecking leitete SIS bereits seit einem Jahr kommissarisch. Er folgte Ende 2009 auf Christoph Kollatz. Die "notwendige Restrukturierung" von SIS sei erfolgreich abgeschlossen worden, schreibt Siemens in der Mitteilung. SIS sei wie angekündigt zum neuen Geschäftsjahr als eigenständig operierende Gesellschaft mit einer vereinfachten und kundenorientierten Organisationsstruktur an den Start gegangen: Die beiden Geschäftseinheiten IT-Outsourcing und IT-Lösungsgeschäft (Solutions) sollen durch einen nach Branchen und Regionen aufgestellten weltweiten Vertrieb unterstützt werden. (Maurizio Minetti)

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