"Siemens IT Solutions and Services"-Chef verhaftet

27. März 2007, 13:40
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Johannes Feldmayer, Mitglied der Konzernleitung von Siemens und unter anderem verantwortlich für den neuen Bereich "Siemens IT Solutions and Services" wurde heute verhaftet.

Johannes Feldmayer, Mitglied der Konzernleitung von Siemens und unter anderem verantwortlich für den neuen Bereich "Siemens IT Solutions and Services" wurde heute verhaftet.
Der gigantische Elektro- und Hightech-Konzern Siemens gerät immer tiefer in den Strudel verschiedener Korruptionsaffären. Heute wurde mit Johannes Feldmayer ein Mitglied der Konzernleitung (Zentralvorstand) der Siemens AG in Untersuchungshaft genommen. Dies bestätigte Siemens gegenüber der deutschen Wirtschaftszeitung 'Handelsblatt'. Gleichzeitig gab es an mehreren Standorten des Konzerns in München, Nürnberg und Erlangen Hausdurchsuchungen. Feldmayer ist nicht nur ein Siemens Top-Kader, sondern gleichzeitig auch verantwortlich für denen neuen, riesigen Bereich 'Siemens IT Solutions and Services', zum dem seit Januar auch Siemens Business Services und das Schweizer 'Business Innovation Center' gehört.
Gemäss 'Handelsblatt' wirft man Feldmayer im Zusammenhang mit Zahlungen an einen Gewerkschaftsboss Steuerhinterziehung vor. Siemens soll fingierte Beraterverträge mit Firmen von Wilhelm Schelsky abgeschlossen haben und letzterem Honorare von etwa 15 Millionen Euro ausbezahlt haben. Schelsky ist Bundesvorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger" (AUB), einer unabhängigen Gewerkschaft. Diese positioniert sich, wie ein Blick auf ihre Webseite zeigt, ausgesprochen gegen die Metaller-Gewerkschaft 'IG Metall', die in Deutschland sehr wichtig ist. Die AUB vertritt eine (wen wundert's?) dezidiert unternehmensfreundliche Linie.
Der nun verhaftete Feldmayer wurde in den deutschen Medien als potentieller Nachfolger von Siemens-Boss Klaus Kleinfeld gehandelt, falls dieser über die Schmiergeldaffäre im Bereich COM straucheln sollte. (Christoph Hugenschmidt)

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