Siemens will auch HiPath-Geschäft (VoIP) loswerden

20. Juni 2006, 14:59
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Der Konzern will nachvollziehen, was in der Schweiz schon teilweise geschehen ist: Enterprise-Networks soll verkauft werden. Die Sparte Com wäre damit praktisch aufgelöst.

Der Konzern will nachvollziehen, was in der Schweiz schon teilweise geschehen ist: Enterprise-Networks soll verkauft werden. Die Sparte Com wäre damit praktisch aufgelöst.
Kurz nach der gestrigen Ankündigung seines geplanten Joint Ventures mit Nokia für das Geschäft mit Netzwerkinfrastruktur für Telekommunikations-Unternehmen (Carrier Networks), gab Siemens auch bekannt, dass man mit mehreren Interessenten in Verhandlungen über einen Verkauf des "Enterprise-Networks"-Bereichs führe. Etwas später konkretisierte dies Finanzchef Joe Kaeser in einer Telefonkonferenz mit Analysten noch weiter mit der Aussage, man werde das Enterprise-Networks-Geschäft künftig wohl in der Bilanz als "available for sale" erfassen. Dies würde gemäss 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' darauf hindeuten, dass das Geschäft wohl tatsächlich bald verkauft würde.
Zum Bereich Enterprise Networks zählt Siemens Netzwerkkomponenten – am Bekanntesten wohl die "HiPath"-Telefonielösungen – sowie damit zusammenhängende Applikationen und Services für Unternehmenskunden. Der Bereich hat einen Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Da Siemens ausserdem den dritten Bereich der Geschäftssparte Information und Communications (Com), das "Wireless-Modules"-Geschäft per 1. Oktober in die Sparte Automation and Drives (A&D) integrieren will, wäre die Sparte com damit praktisch aufgelöst. (Das Geschäft mit Gigaset-Telefonen hatte Siemens bereits im letzten Oktober in die Tochterfirma Siemens Home and Office Communication Devices ausgelagert.)
Auch Benno Estermann, Sprecher von Siemens Schweiz, meinte gegenüber inside-channels.ch, dass Siemens laufende Verhandlungen wohl kaum offiziell kommunizieren würde, wenn ein Verkauf nicht kurz bevorstünde.
Bei Siemens Schweiz allerdings, so Estermann, habe man im Prinzip diese Entwicklung bereits mit dem im Januar angekündigten Verkauf des hiesigen Bereichs Enterprise Networks an Swisscom Solutions vorweggenommen. Im Zusammenhang mit diesem Deal wurden bereits 120 Mitarbeitende, der grösste Teil der Angestellten des Bereichs Enterprise Networks von Siemens Schweiz, zu Swisscom transferiert. Betroffen wäre allerdings noch das übrig gebliebene Kernteam, das komplexe Lösungen für bestimmte Grosskunden realisiert. (hjm)

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