Siemens will Koblenzer Softwarehersteller IBS AG übernehmen

5. April 2007, 08:47
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Siemens lässt sich von der laufenden Schmiergeldaffäre nicht beirren: Gestern gab der Technologiekonzern die beabsichtigte Übernahme des Koblenzer Softwareherstellers IBS AG bekannt.

Siemens lässt sich von der laufenden Schmiergeldaffäre nicht beirren: Gestern gab der Technologiekonzern die beabsichtigte Übernahme des Koblenzer Softwareherstellers IBS AG bekannt. IBS (nicht zu verwechseln mit dem schwedischen Supply-Chain-Spezialisten gleichen Namens) bietet seit 1982 Lösungen und Dienstleistungen für industrielles Qualitätsmanagement an.
Siemens bietet den IBS-Aktionären 5 Euro pro Aktie in bar. Dies entspricht einem Übernahmepreis von 35 Millionen Euro. Die Grossaktionäre (die Familie des Gründers Klaus-Jürgen Schröder) haben bereits verbindlich zugesagt, das Angebot anzunehmen. Siemens besitzt damit bereits 43 Prozent des Grundkapitals. Das Übernahmeangebot steht unter der Bedingung einer Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent des Grundkapitals. Der Vorstand und der Verwaltungsrat von IBS stehen dem Angebot "grundsätzlich positiv gegenüber", heisst es in einer Mitteilung.
Siemens will mit der Übernahme das Geschäft mit Manufacturing Execution Systems (MES) des Bereichs Automation and Drives (A&D) ergänzen. Der Begriff MES bezieht sich in der Regel auf ein Gesamtsoftwaresystem, das den Bereich zwischen der Unternehmensleitebene und dem eigentlichen Produktionsprozess abdeckt. Dazu gehören beispielsweise die Maschinendatenerfassung, Betriebsdatenerfassung und das Qualitätsmanagement.
Siemens ist mit seinem MES-Angebot insbesondere in den Prozessindustrien, zum Beispiel in der Nahrungsmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie, positioniert. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete IBS mit 170 Mitarbeitenden einen Umsatz von 19,7 Millionen Euro. (mim)

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